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Rondra

Ein Labradorblog

15. März 2008

Begleithundeprüfung — Nur noch vier Wochen!

Sagte ich eigentlich schon, daß wir am 13. April zur Begleithundeprüfung antreten?
Und der Weg dorthin ist gepflastert mit Blut, Schweiß und Verzweiflung, das laßt euch gesagt sein!

Seit ein paar Wochen trainieren wir zusätzlich zum sonntäglichen Training noch am Freitag nachmittag in Oerlinghausen im DRC. Und je näher der Termin rückt, desto öfter schwanke ich zwischen “Jo, das schaffen wir locker!” und “Begleithundeprüfung im April. Nun gut. Aber welches Jahr(zehnt)?”

Nach anfänglichen Hängern im Freitagstraining lief es einen Nachmittag mal richtig gut, und voller Optimismus marschierte ich die folgende Woche hin — nur um zu erleben, das gar nichts klappte: Kein Apport, keine Leinenführigkeit, keine Ablage… Einfach nur grauenvoll. Dummerweise war dies das Training vor der Prüfungsanmeldung.

Für meine Mitstreiterinnen aus Rondras Wurf lief es auch an diesem Tag nicht so brillant, so daß wir mächtig ins Zögern gerieten: Sollten wir es einfach bleiben lassen und im Herbst noch einen Versuch starten?

Ein halbes Jahr mehr Zeit zum Üben, das klang verlockend. Allerdings würden wir die Last der bevorstehenden Prüfung dann noch länger mit uns herumschleppen, und vor allem Conrads Frauchen, die saisonbedingt im Sommer viel zu tun hat, käme bis dahin kaum zum Üben.

Am Samstag nach dem besagten Training hätten unsere Anmeldungen für die Prüfung verschickt werden müssen. Wir verabredeten, daß wir das abends alles noch einmal überdenken, jede für sich. Und wenn eine zweifelt, ruft sie die anderen an. Denn wir wollten die Prüfung in jedem Fall zusammen ablegen, das war klar.

Nun, einen Anruf habe ich an diesem Abend nicht bekommen. Daher bin ich nun für die Prüfung angemeldet und muß sehen, wie ich das hinkriege.

Eigentlich ist nicht wirklich alles schlecht. Am besten ziehe ich mal Zwischenbilanz, ohne die Übungen weiter zu beschreiben. Wer dazu noch Infos braucht, kann sich den Eintrag vom Oktober letzten Jahres ansehen.

Also, so sieht es derzeit aus:

Sitz und Platz aus der Bewegung geht gut, und das Abrufen nach dem Sitz klappt richtig schick. Allerdings ohne das Vorsitzen, bevor der Hund neben mir in Grundstellung geht.

Vorsitzen mag in der Dummyarbeit nützlich sein und ist auch schön anzusehen. Aber ich möchte keine Dummyarbeit machen, und im Alltag ist es mir eher lästig, wenn ich den Hund rufe und er sitzt vor mir (in meiner Laufrichtung). Daher wollte ich das auch nicht mehr umtrainieren, und wenn man dem Richter vorab sagt, daß der Hund nicht vorsitzt, gibt das auch keinen Abzug. Daher flitzt Rondra, parkt sofort links ein und gut.
Keine Probleme hier.

Schußtest — ha, da lacht Rondra drüber. Schließlich hat sie als Welpe schon neben der Rüttelplatte gepennt.

Bei der Leinenführigkeit und der Freifolge werden wir sicher nicht Tagesbeste, dafür hat Rondra zu sehr ihren eigenen Kopf (und vor allem Nase!). Aber ich habe es inzwischen ganz gut im Griff, ihre Aufmerksamkeit zu bekommen und zu halten. Gerade sind wir dabei, die Leckerlies im Training abzubauen, und es klappt besser als ich befürchtete.

Vielleicht kriege ich da ein paar Punktabzüge für zusätzliche Kommandos, wenn ich Madame erinnern muß. Aber sei’s drum…

Ähnliches gilt bei der “Fußgängerzone”, dem Gang durch die Menschenmenge: Viel Arbeit für mich, aber grundsätzlich zu schaffen. Nur Unas Frauchen werde ich bitten, sich dabei außer Sicht zu halten — im letzten Training lief mir Rondra nämlich komplett von der Fahne, um Michaela zu begrüßen!

Auch der Apport kann klappen: Rondra springt nicht ein, wenn das Dummy geworfen wird, sie geht zügig raus, nimmt auf und kommt zurück. Das Abgeben allerdings ist nicht schön. Will ich aber auch nicht mehr gesondert üben, weil Dummy nicht unsere Welt ist (später mehr dazu) und wir das nie mehr brauchen.

Soll es ein paar Punkte kosten — wir trainieren derzeit dringendere Dinge: Ablage und außer Sicht gehen/ Ablage mit Ablenkung. Unser absolutes Hosenscheißerfach, auch deshalb, weil es die einzige Übung ist, die bei Mißlingen nicht nur Punkte kostet, sondern die Prüfung als nicht bestanden gelten läßt.

Etwas Interessantes ist uns dabei letzten Sonntag aufgefallen: Rondra ist nicht aufgestanden, als ich von den Begleitpersonen mit Hund abgeholt worden bin, sondern erst, als ich außer Sicht war. Ich hätte ja gedacht, daß die anderen Personen/ der andere Hund für sie das Faß voll machen und sie zum Aufstehen bewegen. Aber so war es nicht.

Das bedeutet für mich, daß ich nicht unbedingt Leute und Hunde brauche, um dieses Szenario zu üben, sondern auch mit Rondra allein trainieren kann. Das erleichtert zwar einiges, aber dennoch ist diese Übung schwierig, und Rondra schafft die Minute selten, die sie durchhalten sollte.

Vielleicht ist es nur die falsche Übung für sie — womöglich ist sie eher für das Mantrailing geschaffen!

Ach, ich weiß es nicht… Aber jetzt ist die Anmeldung raus, wir üben uns nen Wolf, und wenn es nicht klappt, dann ist es eben so.

Ich darf bei der ganzen Plackerei nicht vergessen, daß ich einen für meine Ansprüche ausreichend alltagstauglichen Hund habe. Auch, wenn ich nach einem mißlungenen Training ab und zu für den Bruchteil einer Sekunde das Bedürfnis habe, das Tier im Wald auszusetzen…

…aber was würde ich denn dann alleine zu Hause machen, ganz ohne ein Tier, das so gucken kann:

Leckerlie! Rondra aus der Vogelperspektive

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