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Rondra

Ein Labradorblog

8. Oktober 2006

Clickern - Pfötchen geben

Bei der nächsten Übung, dem Pfötchengeben brauchte es wieder unclickermäßig viel Hilfestellung: Es gibt wohl Hunde, die man allein durch das Bestärken minimaler Bewegungen (Verlagern des Gewichts auf nur einen Vorderfuß, minimales Heben einer Pfote…) schrittweise zum gewünschten Ergebnis führt.

Bei Rondra haute das nicht so richtig hin, weil ihr gar nicht klar war, was gewollt ist und sie so nur Frust hatte angesichts des Käses/ der Wurst, die sie schon riechen konnte. Ihr war zwar klar, daß es erst beim Click was gibt. Aber wie sie dahin gelangen konnte, war ihr schleierhaft, und sie war auch viel zu aufgeregt, um sich konzentrieren und Ideen entwickeln zu können.

Also half ich ihr, indem ich ihre Pfote hochhob, festhielt und in diesem Moment clickte und belohnte. Das hatte sie sehr schnell verstanden, und ich merkte, wie sie immer wieder versuchte, ihre Pfote anzubieten. Dadurch ging der Rest recht schnell: Auf die mit der Handfläche nach oben dargebotene Hand legt Rondra ihre Pfote, und schließlich wird das Kommando “Guten Tag!” eingeführt.

Eigentlich reagiert Rondra weniger auf das verbale Kommando “Guten Tag!”, sondern mehr auf das Handzeichen (die ausgestreckte Hand): Ich könnte auch “Käsekuchen!” sagen, und Rondra würde Pfötchen geben. Wenn ich Weihnachten bei meinen fränkisch sprechenden Eltern bin, werde ich das Ganze mit “Grüß Gott!” vorführen und ihnen erzählen, der Hund ist zweisprachig aufgewachsen…

Das Pfötchengeben sitzt inzwischen so bombig, daß ich nun auch Variationen einbauen kann: Ich gebe Rondra die andere Hand, sie gibt die andere Pfote (nicht immer auf Anhieb, aber wenn sie merkt, daß sie nicht weiter kommt, bietet sie von selbst die andere Pfote an). Ich zeige ihr die Handfläche der erhobenen Hand, Rondra schlägt ein (”Gib mir 5!”).

Für das Winken ist das Pfötchengeben ebenfalls die Vorstufe, denn eigentlich ist Winken nur “Gib mir 5!” ohne Handkontakt. Das haben wir allerdings noch nicht geclickert, und zwar aus gutem Grund: Nach der ganzen Pfötchengeberei habe ich bemerkt, daß Rondra unglaublich “pfotenfixiert” geworden ist. Zum einen ist das ein Vorteil, denn ich hatte den Eindruck, daß Rondra Gegenstände weniger nur mit den Zähnen attackiert, sondern auch mit den Pfoten untersucht (kann aber auch an der “normalen” Entwicklung ohne Clicker liegen).

Andererseits wurde diese Pfotenfixiertheit auch lästig: Da werden Pfoten beim Betteln in die Luft gereckt, beim Schmusen wird mit Pfötchengeben ein Leckerli gefordert. Das ist besonders nervig, wenn andere Leute ins Spiel kommen, die das soooo drollig finden und Rondra dann mit Anerkennung belohnen.

Versteht mich nicht falsch: Klar, ich wollte das ja so. Aber Rondra kennt ein Kommando, das Pfötchengeben auslöst. Ohne dieses Kommando hat sie nicht an anderen Leuten rumzutatschen.

Außerdem fühlte ich mich etwas in der Sackgasse: Der Hund bietet Pfötchengeben an, weil er das so gelernt hat. Das ist schon mal gut, denn genau das ist das Tolle am Clickern: Der Hund ist in einer neuen Situation, und er tut alles dafür, um diesen Click auszulösen, der die Belohnung ankündigt. Er fängt an, nachzudenken und verschiedene Dinge auszuprobieren.

Diese zig anderen Dinge außer Pfötchengeben, die hatte Rondra noch nicht gelernt, sondern sie zeigte nur das, was bisher zum Erfolg führte. Es wurde also Zeit, Rondras Repertoire zu erweitern.

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