Das Ende einer Ära oder: Ex-Heimscheisser
Bisher klappt das alles ganz gut mit Rondra: Die ersten Befehle funktionieren, sie ist lieb, knuffig und wunderbar, und auch die Stubenreinheit ist fast erreicht.
Nur ein kleines und kurioses Problem plagte uns:
Rondra kackt und pinkelt im Garten.
Aber niemalsnimmernicht auf der Gassirunde.
Jeder, dem ich das berichtete, hat gelacht, und auch in einschlägigen Foren habe ich keinen Rat gefunden. Ich meine, ich könnte mich ja glücklich schätzen: Immerhin gibt es Welpen, die stundenlang draußen sind — und kaum sind sie in der Wohnung, gibt es eine Pfütze oder einen Haufen. Wir haben den Kram wenigstens nicht drinnen. Dennoch dachte ich mir, daß der Hund doch irgendwann auch mal außerhalb des Gartens müssen müßte.
Alles haben wir probiert: Das vertraute Revier hinter dem Haus oder ganz fremde Orte. Viel schnuppern lassen, damit sie mit der Umgebung vertraut wird, oder einfach nur laufen ohne Zwischenstopps. Orte “schönfüttern” und “schönspielen” oder relativ emotionslos durchmarschieren.
Wir haben sie anderen Hunden beim Kacken zugucken lassen, in der Hoffnung, sie könnte sich das “abgucken”. Das Resultat war lediglich ein entsetzter Blick meines Hundes, als wolle sie sagen: “Frauchen, hier riecht es unheimlich — laß uns schnell weggehen!”
Den Gassigang hatten wir mal möglichst lang rausgezögert, so daß Rondra wirklich muß. Alternativ dazu sind wir auch auf Verdacht losgelaufen und hofften auf einen Zufallshaufen.
Aber nüscht: Der Hund schiß nicht.
Auf dem Rückweg wurde sie dafür mächtig unruhig und begann, an der Leine zu ziehen. Kaum zuhause angekommen, sprintete sie auf den Rasen und kackte nahezu unanständige Mengen.
Das trainiert zwar alles schön den Schließmuskel, ist aber nicht wirklich das, was ich will. Schließlich soll Rondra in 2 Wochen mit mir zur Arbeit gehen — und 9 Stunden kann sie sicher nicht aushalten.
Gestern hatten wir wieder so einen Fall: Rondra hat nach dem Fressen über eine Stunde geschlafen, und als sie aufwachte, gingen wir zur kleinen Runde um den Block los. Ganz viel Zeit habe ich mir gelassen, damit sie schnuppern kann. Wir haben Sitz, Platz, Komm und Leinenführigkeit geübt und gespielt. Letztenendes war noch eine Stunde ins Land gegangen, als wir den Rückweg antraten.
Wir erinnern uns: Eine Stunde pennen, eine Stunde unterwegs, und das direkt nach dem Essen. Der Hund muß müssen, und so war es kein Wunder, daß Rondra auf dem Rückweg zog wir verrückt.
Da bekam ich einen Anfall von Gehässigkeit: Direkt vor unserer Einfahrt, in die sie schon sehnsüchtig ziehend einbog, schnappte ich mir Rondra, nahm sie auf den Arm und ging mit ihr zum Feld zurück. Der Blick des Hundes war zum Schreien komisch: “Frauchen, zwei Runden hatten wir noch nie, und außerdem muuuuuuß ich, Hilfe!!!”
Ich hatte ihr das Elend mit Wienerchens versüßt (wenn gar nichts mehr geht — das geht immer!), aber ganz wohl war ihr am Feldrand immer noch nicht, und sie versteckte sich unter einem Busch. Zum Glück schaute ihr Hintern noch raus, und so konnte ich Zeuge des Wunders von Herford werden:
Sie senkte ihren Hintern und — pinkelte!!!
Definitiv ein Grund für ein vor Freude quietschendes Frauchen und eine Wurstorgie. Diese konnte Rondra aber nicht so wirklich genießen, denn da war ja noch was…
Ich schlug die Richtung von unserem Haus weg ein und ging ruhig neben ihr her. Schließlich hockte sie sich hin und kackte. Nicht ohne mir einen todesverachtenden Blick zuzuwerfen, der ganz klar sagte: “Und das war es, was du wolltest? Na bitte, sollste haben!”
Dann nix wie nach Hause, denn nach der ganzen Anstrengung war Rondra hundemüde. Zum einen war es heiß, und außerdem ist es ja immer sooo stressig, rauszufinden, was Frauchen will!
Ich freu mich jedenfalls, daß mein Hund nun auch auswärts kann und wußte bisher nicht, wie sehr man sich über einen schnöden Hundehaufen freuen kann…
<p style=”pathos: 200%”>
Nur ein Hundehaufen für einen Hund, aber ein großer Schritt für Herrchen und Frauchen.
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Ja, das kenne ich und wir haben uns auch unheimlich gefreut, als die beiden sich ansatzweise bemerkbar gemacht haben, wenn sie mal müssen.
Grüße
Jens
Drinnen war das nie ein Problem — da war Rondra nach 2 Tagen stubenrein. Aber außerhalb ihres Gartens das Geschäft zu verrichten… Noch jetzt, mit über 6 Monaten macht sie am liebsten dort. Ts.