Der erste ganze Tag bei uns
Der Samstag begann recht entspannt um sechs Uhr morgens mit einer Pinkelrunde und anschließendem Fressen. Derzeit ist bei uns im Hof ja Baustelle, was aus Rondras Sicht gleich zwei Vorteile hat: Es kommen freundliche fremde Menschen mit lustigen Gerätschaften (fast hätte sie den Arbeitern den Handfeger geklaut), und der halbe Hof besteht noch aus Sand.
Rondra ist ein absolutes Sandschwein: Wenn das Laufen dort auch schwierig ist, immer hinein mit Hurra und den allergrößten Sprüngen. Fast noch besser ist das Buddeln, da fliegt der Sand nur so durch die Gegend. Die Kleine hat ordentlich Spaß. Und ich kann nach jeder Pinkel- und Spielerunde außen einen panierten Hund wieder ins Haus tragen… Aber ist hier ja Rondras Blog, wer fragt da schon nach meinen Befindlichkeiten!
Rondra war bei der Züchterin eine der lebhaftesten Welpen. Daher richteten wir uns auf einigen Tumult ein. Tatsache war aber, daß wir den Samstag vormittag und auch den halben Nachmittag fast komplett für uns hatten. Rondra war nämlich anderweitig beschäftigt:
Hätte es bei der Züchterin mehrere schwarze Hündinnen gegeben, würde ich ja sagen, man hat uns die falsche mitgegeben: Den Besuch eines weiteren Rollenspielers verschlief sie fast komplett, ebenso den Besuch der neugierigen Schwiegermutter. Zum Spielen und Toben war sie kaum zu motivieren, Fressen entlockte ihr mäßige Begeisterung, und gleich danach ging es auch wieder ab in die Horizontale.
Ob das Nachwirkungen der Impfung sind, ob es ihr einfach nur zu warm war oder die Eingewöhnung ihr einfach viel Energie abverlangte, weiß ich nicht — Da Rondra ansonsten ganz gesund wirkte, warteten wir einfach ab.
Am frühen Abend erhielten wir dann plötzlich die Rondra, die uns von der Züchterin beschrieben wurde: Nach einem “NEIN!” für das Kauen am Sofa bekam Rondra von uns als Alternative einen Kauschuh aus Rinderhaut. Und da ging die Post ab: Das Ding wurde geschüttelt, wild bebissen, als Kolateralschaden wurde das Liegefell kreuz und quer gedreht, und Rondra sah aus wie ein kleiner schwarzer Berserker. Wir hielten uns die Bäuche vor Lachen.
Leider gibt es kaum gute Bilder davon, weil meine altersschwache Kamera etwas träge auslöst und so einer Wuselei nicht gewachsen ist. Wer feine Hundeactionbilder sehen möchte, darf gern per Kontaktformular meine Bankdaten erfragen und spenden, hihi.
Trotz Rondras Müdigkeit an diesem Tag bin ich begeistert davon, was Rondra schon alles kann: “Sitz!” klappt zumindest in halbwegs ablenkungsfreier Umgebung sehr gut. Nur die drei Stufen im Hausflur verweigerte sie glatt: Ging einfach nicht — Sie stand da und winselte, so daß wir sie schließlich trugen.
Um so erstaunter waren wir über das, was sich kurz darauf vor unserer Außentreppe (Stufen zum Durchgucken, nur aus Metallgitter) abspielte: Ich wollte irgendwelche Sachen hochtragen und Rondra gleich anschließend holen. Als ich mich wieder zu ihr umdrehte, hatte sie schon die Vorderpfote auf der ersten Stufe, von Angst keine Spur! Wir spornten sie an und sicherten sie ab, und im Nu hat sie die paar Stufen bewältigt.
Oh Mann. Stufen zum Durchgucken, die Königsdisziplin der Treppen! Was hab ich nur für ein mutiges Mädchen!
Natürlich tragen wir sie wegen der Belastung für die Gelenke trotzdem die meiste Zeit, und sie darf die Treppe auch nur hoch laufen und nicht nach unten. Aber mindestens einmal am Tag soll Rondra diese Stufen gehen, damit sie es nicht verlernt.
Rondras zweite Nacht verlief übrigens wieder sehr unspektakulär: Ein wenig unruhig war sie (kein Wunder, wenn man tagsüber so viel pennt!), einmal Pulleralarm um drei, und bis Viertel vor Sieben durften wir ausschlafen.
Feines Mädchen!
Ach wie herrlich! Dieser Blick *schwärm*