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Rondra

Ein Labradorblog

20. November 2006

Der Hund und das Fleisch — Ernährungsplan

[vorherige Teile der Fleischbeschau: Teil 1, Teil 2, Teil 3]

Eigentlich geht so ein Ernährungsplan ganz einfach, und wenn ich mein Tabellenblatt von all meinen Nebenrechnungen gereinigt habe, kann ich das hier gern auch zur Verfügung stellen.

Wir haben Rondra, einen Junghund von 25 kg Gewicht.
Dieser Junghund benötigt täglich 4% seines Körpergewichts an Nahrung.
(Kann auch mehr oder weniger sein — einfach beobachten. Ich fahre mit dieser Rechnung jedenfalls ganz gut. Bei erwachsenen Hunden geht man von 2% des Körpergewichtes aus.)

Also gehen wir von 4% von 25kg, nämlich 1kg Nahrung pro Tag aus.
Davon sind 70% Fleisch und Knochen, also 700g.
30% sind Gemüse, also 300g.
Von diesen 300g ist mindestens die Hälfte grünes Gemüse, also 150g.

Voila, das ist die Basis.

Ich schrub so locker von “Fleisch und Knochen”, doch auch dieses teilt sich über die Woche gesehen auf:

  • je 1x pro Woche Blättermagen und oder Pansen
  • je 2x pro Woche Fleisch vom Rind und vom Geflügel
  • je 1x pro Woche anderes Fleisch (z. B. Pferd) und Fisch
  • 4x pro Woche Knochen (anfangs Hühner- oder Putenhälse, und später, wenn die Magensäure fit genug ist, um mehr zu schaffen, auch Geflügelkarkassen, -flügel, Hühnerklein, weichere Knochen vom Kalb — und sehr viel später auch echte Rinderknochen)
  • 1x pro Woche Herz (Huhn, Pute, Pferd, Rind)
  • 1x pro Woche Innereien (dto.)

Das alles sind nur ungefähre Richtwerte, an die man sich nicht sklavisch halten muß. Überhaupt: Tagesbedarfe sind für Pedanten und im Hundealltag kaum zu realisieren. Für mich war es sehr erleichternd, zu erfahren, daß die Ernährung nicht auf den Tag genau ausgewogen sein muß — ja noch nicht mal auf die Woche genau.

Ein Beispiel:
Es sollte einmal pro Woche Herz/ Fisch geben, und es ist grad nix da? Da stürzen keine Welten ein, sondern man kann das alles nachholen. Dann gibt es eben die nächste Woche doppelt Herz/ Fisch. So ausgewogen ernährt man sich selbst ja auch nicht, und überlebt dennoch (und das meist noch nicht mal schlecht).

Für eine Woche im Voraus hole ich mir immer die Portionen aus der Gefrierbox im Keller nach oben. Gefüttert wird dann nur noch aus dem Gefrierfach in der Küche, und Ende der Woche wird neu hochgeholt. So komme ich nicht in die Verlegenheit, überlegen zu müssen “Hatte Rondra die Woche schon Innereien, oder noch nicht?”

Wer mitgezählt hat, stellt bei der obigen Aufzählung 14 Mahlzeiten pro Woche fest. Passend für Rondra, die morgens und abends Futter bekommt.

Dann kommen noch die Zusätze:

  • Die 4x pro Woche gemahlene Eierschale sollten keinesfalls fehlen beim Junghund im Wachstum.
  • Großzügiger geht es beim Öl zu: Das gibt es alle 1-2 Tage übers Futter, je 1 Eßlöffel. Da geht Raps-, Lein-, Nuß-, Kokosöl besonders gut, aber auch anderes ist kein Beinbruch. Lachs-, Schwarzkümmel- und Nachtkerzenöl sollen besonders gut sein, sind mir aber ehrlich gesagt zu teuer.
  • 1-2x pro Woche gibt es ein Ei, das ist fein für’s Fell, und macht auch optisch im Napf was her.
  • An Kräutern gebe ich alle 1-2 Tage, was grad da ist. Meine Favoriten sind Rosmarin (gut gegen Würmer) und Pfefferminze (gut gegen Mundgeruch, vor allem im Zahnwechsel). Kräuter gehen frisch, tiefgekühlt, aus dem Gewürzschrank oder auch aus Kräutertees (in der “Gesundheitsecke” im Supermarkt).
  • 1-2x pro Woche gibt es eine Prise Meersalz übers Futter, und natürlich das Joghurt mit Heilerde. Sollte als Zwischenmahlzeit extra gefüttert werden, da Heilerde Nährstoffe aus der regulären Mahlzeit bindet, was kontraproduktiv wäre.

Hm — das wäre es eigentlich schon. Damit ist Rondra normalerweise satt…

Offiziell ist dies ein Ernährungsplan ohne Getreide, wie er auch für allergisch reagierende Hunde oder Hunde mit HD und Arthrose (Getreide fördert beides) geeignet wäre. Es gibt auch Pläne mit Getreide. Ich habe das Getreide nicht aus gesundheitlichen Gründen weggelassen, sondern weil es mir einfach zu blöd ist, mit einer weiteren Zutat rumzupanschen: Getreide muß eingekauft, gelagert, vorbereitet, eingeweicht werden, und das ist mir einfach zu umständlich.

Im Umkehrschluß bedeutet das aber auch, daß ich im Plan aber auch mal improvisiere, wenn es meiner Faulheit entgegenkommt: Habe ich von meiner eigenen Kocherei Nudeln, Kartoffeln, Reis, o.ä. über, dann bekommt Rondra das, und ich kürze ihre Fleischration entsprechend. Auch hart getrocknetes Brot knurpst sie mit Leidenschaft.

Für jemanden, der neu in dem Thema ist, klingt der Plan sicher hochgradig kompliziert. Ich habe ihn mir auch ausgedruckt und an den Kühlschrank gepinnt.
Aber ehrlich gesagt: Nach nun knapp zwei Monaten Barfen guck ich nur ab und zu drauf und mache den Napf frei Schnauze fertig.

Und wie mein Fazit nach knapp zwei Monaten BARF ausfälllt, erzähle ich euch im letzten Teil der Folge von “Der Hund und das Fleisch”.

Ein Kommentar zu “Der Hund und das Fleisch — Ernährungsplan”

  1. Silke am 26. November 2006 um 20:28

    Na, was macht der Feed? *lach*

    Barfen finde ich gut. Meine Kater fangen ja das meiste selbst, aber ich werde trotzdem vielleicht mal den Shop testen.

    Liebe Grüße :)


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