ul2

Rondra

Ein Labradorblog

2. März 2008

Die Aawiesen — Viele Hunde, viel Lernen

[Die Aawiesen - eine Beschreibung]
[Die Aawiesen - der erste Kontakt]

Ja, Rondras Verhalten gegenüber anderen Hunden hat sich sehr verändert. Natürlich liegt das auch daran, daß sie dem überschäumenden Junghundealter langsam entwächst und einfach ruhiger wird.

Sie fiebert einem anderen Hund mittlerweile nicht mehr entgegen: Inzwischen kann sie an der Leine einen anderen Hund relativ gelassen passieren (alte Gassifreunde wie Vasco, Ronny und Sammy ausgenommen — da freut sie sich den Arsch ab und kann es kaum erwarten, näher zu kommen!).

Doch seit ein paar Wochen habe ich zudem den Eindruck, daß Rondra inzwischen bei fremden Hunden auch auf deren Stimmungen eingeht, anstatt nur auf ihre eigenen Bedürfnisse (”Hin! Spielen! Spaß!”) zu achten.

Sie ist einfach sozial intelligenter geworden. Und ich glaube, daß die Spaziergänge an den Aawiesen an dieser Entwicklung nicht ganz unschuldig sind.

Richtig aufgefallen ist mir das an der Art, wie Rondra im Freilauf an andere Hunde zugeht. Sie ist ohne Leine, könnte also lospreschen, wie sie es vor wenigen Monaten noch getan hätte.

Doch nun geht sie langsam, meist mit einem Bogen, auf den anderen Hund zu. Zwischendrin schnuffelt sie an Grashalmen und tut ganz uninteressiert. Teilweise legt sie sich auch auf den Boden und beobachtet den anderen Hund aus der Ferne. Das macht sie nicht nur bei unbekannten Hunden, sondern auch bei Hundekumpels, die sie bestimmt aus der Entfernung auch schon erkennt.

Ich finde das beachtlich, denn ich glaube, sie ist nach wie vor neugierig auf den anderen Hund und freut sich schon auf das Spiel, was folgen könnte. Aber ihr Verhalten zeigt, daß sie die Erfahrungen, die sie gemacht hat (”Presche ich mittenrein, kriege ich vielleicht Ärger!”), nun auch umsetzt: Trotz ihrer Vorfreude nimmt sie sich erst mal zurück.

Ganz besonders freue ich mich über ihr Verhalten, wenn es irgendwo Ärger gibt. Auch da baut sie auf Erlerntes und reagiert entsprechend: Tragen die (Jung-)Rüden, die sich öfters kappeln, ihre Kämpfe aus, sucht sie sich eine andere Beschäftigung und rettet beispielsweise Stöcke vor dem Ertrinken. Andererseits geht sie dazwischen, wenn neu hinzugekommene Hunde gemobbt werden und versucht, sich zwischen die streitenden Hunde zu schieben.

Wie sagt man? Wie der Herr, so das Gescherr… Sozialpädagogenhund eben!

Netter Nebeneffekt: Ich kann Rondra nun sicher aus dem Spiel mit anderen Hunden abrufen. Ja, sie ist eindreiviertel Jahre alt — aber erst jetzt ist dieser Punkt erreicht.

Kommt mir nicht mit mangelnder Bindung: Das war nie das Thema. Eher erhöhte Ablenkbarkeit, ADS-Hund. Nun habe ich gar kein Ritalin gefüttert, aber es geht trotzdem. Schöne Sache!

Und nun mal ganz von Rondra abgesehen: Ich mag die ganze Aawiesenbande auch ganz gern!

Zwar gibt es auch eher nervige Leute wie den Labradorbesitzer, dessen Hund diverse Superchampions in der (wohl selbstgebauten) Ahnentafel hat, der aber aus einer stadtbekannten Hinterhofzucht stammt. Oder die Frau, deren Bordercollie-Mischlingsdame (benannt nach einem Popstar) unbedingt einmal Welpen haben soll, damit sie nicht mehr scheinschwanger nach der Läufigkeit ist.

Aber da ist auch die wunderschöne Ridgebackhorde, die beeindruckenden Rottweiler, oder der schöne Setter Henry, der sich zwei Mal kurz hintereinander die Pfote verletzt hat und ganz mitleiderregend humpeln kann. Gestern erst getroffen: der gemütliche schwarze Neufi, dessen Frauchen sich immer wundert, wie er laufen kann, wenn Rondra ihn treibt.

Freitag mittags treffen wir manchmal die nimmermüde Boxerhündin, die angeblich keinen Ball abgibt und der ich mit einer Handvoll Leckerlie das Tauschen beigebracht habe. Der liebe griechische Notmischling oder die neu zugezogene Dalmatinerhündin. Und dann die junge Labradorhündin, die mich so sehr an Rondra vor einem Jahr erinnert…

Bestimmt habe ich einige vergessen. So viele Hunde, die ich inzwischen ins Herz geschlossen habe und mit deren Besitzer ich gerne eine Runde plausche.

Ach, die Aawiesen sind was Tolles.
Und die Hunde erst…

Diesen Artikel kommentieren