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Rondra

Ein Labradorblog

31. Dezember 2006

Die erste Läufigkeit

Am 27. weckte ich Rondra, die in ihrem Körbchen lag. Und da sah ich es dann: Zwei kleine Blutstropfen befanden sich auf dem dunkelgrauen Stoff. Als ich mir Rondra näher ansah, bemerkte ich auch, daß ihre Mumu sehr geschwollen war.

Mein kleines Baby wird erwachsen!

Ich hatte ja inständig gehofft, die erste Läufigkeit würde uns erst ereilen, wenn wir wieder zu Hause sind. Nicht zuletzt, weil dort wischbare Flächen sind, während bei meinen Eltern überall Teppichboden liegt.

Rondra hält sich zwar nach Kräften sauber, aber auf Teppichboden hat sie keine Chance dazu — zu leicht geht etwas daneben. Daher zogen wir los, um ihr ein Höschen zu besorgen. Das anzuziehen, ist ein Kraftakt, für den zwei Personen benötigt werden: Einer schiebt vorne Leckerlies in den Hund, und der andere zieht hinten das Höschen um die Beine und den Hundeschwanz durch die dafür vorgesehene Öffnung.

Nein, wir werden davon kein Video einstellen!

Immerhin läßt Rondra das Höschen an, und man muß nur aufpassen, daß sie es sich nicht vom Hintern wedelt, wenn sie sich zu sehr freut. Sie kann sogar daran vorbei ihre Mumu lecken, um sich selbst sauberzuhalten. Das ist gut, denn mir ist schon wichtig, daß sie das von Anfang an lernt.

Abgesehen von den hygienischen Turbulenzen, die so eine Läufigkeit in einem teppichbelegten Haushalt verursacht, schlägt sie sich ganz schon auf das Verhalten des kleinen schwarzen Hundes nieder: Wie ich im vorherigen Beitrag schon geschrieben hatte, ist Rondra sehr müde und Meisterin darin, sich dramatisch zu Boden gleiten zu lassen und versonnen in die Gegend zu blicken.

Sie ist nicht nur müder, sondern auch unsicherer als sonst: Vor einer im Wind raschelnden Tüte hat sie sich im Garten fürchterlich erschreckt, und auf den ersten Metern des Freilaufs wich sie mir nicht von der Seite. Das soll wohl bei vielen Hündinnen so sein, und inzwischen verstehe ich, wie man mit einer läufigen Hündin Höchstnoten bei der Begleithundeprüfung erzielen kann!

Nun kann ich mir auch das ungewohnte Anbellen erklären, das Rondra an den Vortagen zeigte: Unsicherheit durch Hormonchaos.

Wir versuchten daraufhin vermehrt, Rondra einfache Aufgaben zu geben, die sie gut bewältigen kann: Sitz, Pfote, Küsschen, einfache Suchaufgaben… Alles, wo sie Erfolge erzielen kann, bekommt sie als Aufgabe, und danach wird sie üppig gelobt.

Inzwischen wirkt Rondra auch nicht mehr so unsicher. Zwar ist sie noch immer die Meisterschläferin vor dem Herrn, aber bei Spaziergängen läuft sie nun wieder zur Hochform auf und läßt nichts aus, was Spaß versprechen könnte.

Im nächsten Eintrag kann ich euch das auch photographisch beweisen. Jetzt geht es allerdings erst mal auf Hundespaziergang mit Pia, einer Goldie-Hündin. Die ist zwar deutlich ruhiger und gelassener als Rondra, allerdings teilt sie ihr Schicksal, denn sie hat ganz solidarisch auch begonnen, mitzubluten.

2 Kommentare zu “Die erste Läufigkeit”

  1. Brigitte Horn am 31. Dezember 2006 um 17:43

    Ein Tipp von einer leidgeprüften Hündinnen-Besitzerin:
    Auch wenn es schwerfällt, die Blutstropfen nicht gleich
    beseitigen! Wenn sie völlig trocken sind, kann man sie ab-bürsten oder sogar mit dem Staubsauger entfernen und es zieht
    nichts in das tiefere Gewebe ein.


  2. towanda am 1. Januar 2007 um 22:19

    Dankeschön, gut zu wissen! Inzwischen sind wir ja wieder zu Hause und haben wischbare Flächen. Dort zeige ich Rondra die Flecken, und sie leckt fleißig auf.

    Und übrigens: Ein gutes neues Jahr euch allen!


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