Die läufige Hündin — ein Zwischenbericht
Wir befinden uns heute an Tag 12 von Rondras erster Läufigkeit.
An der Müdigkeit hat sich bisher nichts geändert: An unserem ersten gemeinsamen Arbeitstag am Donnerstag hatte Rondra bereits morgens um 8 Uhr ihre erste Tiefschlafphase im Büro erreicht. Mit Strampeln und Schmatzen im Schlaf, und natürlich auch mit deftigem Geschnarche.
Sowas ist unglaublich anspornend um diese Uhrzeit. Besonders, wenn man nur langweilige Berichte zu tippen hat. Aber psst, nichts verraten! Meinen Vorgesetzten erzähle ich nämlich regelmäßig, wie motivierend und belebend die Hundehaltung am Arbeitsplatz ist! *kicher*
Terminlich hält sich Rondra fast haargenau ans Drehbuch: Seit gestern legt Madame den Schwanz zur Seite, wenn man sie an der Schwanzwurzel streichelt. Daher ist heute für sie auch das Training ausgefallen. Außerdem gibt es nun wirklich nur noch Spaziergänge an der Leine.
Mit der Schleppleine hat Rondra zwar einen halbwegs großen Radius, aber irgendwie kriege ich das Handling mit dem Ding nicht so richtig gut hin: Entweder verheddere ich mich oder der Hund sich. Daher ist die Schleppleine nur etwas für spezielle Gebiete (offene Flächen oder breitere Wege ohne viel verlockendes Gebüsch am Rand).
Da sich Rondra aber seit Beginn der Läufigkeit sehr intensiv an mir orientiert und insgesamt aufmerksamer ist, machen auch Spaziergänge an der normalen Leine mehr Spaß als sonst: Ich muß nicht immerzu herumhampeln und “alles” geben, damit Rondra halbwegs nahe bei mir ist und nicht gleich wieder vorn in der Leine hängt. Stattdessen reicht eine kurze Ansprache, und Rondra ist ganz Ohr.
Im Normalfall zumindest… Andere Hunde in Sichtweite schmeißen das Konzept natürlich übern Haufen, aber das bin ich ja gewohnt.
Aufgehört zu bluten hat Rondra während ihrer Stehtage nicht, aber ich habe den Eindruck, es ist weniger. Vielleicht kümmert sie sich aber auch nur besser um die Flecken, die sie hinterläßt. Die bekommt sie gezeigt und leckt dann auch gleich alles sauber.
Überhaupt ist der Hund ein Inbegriff der Reinlichkeit. He, ihr Teilnehmerinnen am Silvesterlauf: Nicht lachen! Das ist so! Auch wenn sich Rondra auf diesem Spaziergang kurz vor Ende noch einmal mit Schmackes im Mist gewälzt hat und wir daher noch einen Umweg zum Bach laufen mußten…
Auswärts also die Wildsau par excellence, verschmäht Rondra zu Hause blutbefleckte Decken. Mit ein- bis zweimal Drehen der Decke kann ich die Zeit zum Waschen zwar noch etwas hinauszögern. Dennoch läuft die Maschine derzeit Amok, und im ganzen Haushalt existiert keine Hundedecke, die nicht vor mindestens 5 Tagen zuletzt gewaschen wurde.
Apropos Waschen: Rondra haart im Moment wie bekloppt. Ob das vom Hormonschub der Läufigkeit kommt oder vom Wetterumschwung (schließlich hatten wir durch unsere Reise ein paar Tage Minusgrade), kann ich nicht sagen. Der Staubsauger schiebt jedenfalls gerade Sonderschichten, und während ich zuerst noch den Mann verdächtigte, seine Arbeit nicht ordentlich gemacht zu haben, weiß ich nun auch selbst, daß auch auf einer frisch gesaugten Fläche so viele Hundehaare liegen wie sie es sonst erst nach einigen Tagen tun.
An Rondras Ernährung habe ich aufgrund der Läufigkeit fast nichts geändert: Sie bekommt nur etwas Apfelessig ins Futter (das soll helfen, sie für Rüden weniger attraktiv riechen zu lassen), und ich habe die Ration etwas heruntergefahren, da Rondra durch den eingeschränkten Freilauf weniger tobt. Außerdem hat sie durch Frauchens Unaufmerksamkeit ihren Spreiseplan selbständig um Lebkuchen und Weihnachtskekse erweitert… *räusper*.
Insgesamt muß ich sagen, daß ich mir die erste Läufigkeit schlimmer vorgestellt habe: Bis auf die haushaltshygienischen Unbillen und Rondras Dauermüdigkeit genieße ich es gerade sehr, eine so aufmerksame Hündin zu haben. Ich hoffe ja schwer, daß sie einiges davon auch nach der Läufigkeit beibehält. Zumindest die Aufmerksamkeit — aber bitte nicht so ein Traumschiff wie Rondra jetzt ist!
Wenn Rondra früher ihre “Wildsau”-Phasen hatte, habe ich mir oft überlegt, wie schön es wäre, einen ruhigen und gemütlichen Hund zu haben. Aber wenn Rondra immer so wäre wie jetzt, dann hätte ich mir auch gleich einen Stoffhund zulegen können…
Halli hallo …(Towanda, oder wer schreibt hier so fleißig?),
freuen.
also Dein Bericht beruhigt mich ungemein. Unsere Labrador/Ridge-Dame ist 6,5 Monate, seit einer Woche läufig und zeigt soviel Elan, wie eine hochschwangere Schnecke. Ich war mir nicht sicher, ob das normal ist, aber so wie mir scheint, ist alles an unserer Emma normal. Auch die Nähe, die der Hund derzeit zeigt, scheint zu dieser Läufigkeit dazu zu gehören.
Danke für die Info. Nun bin ich wieder beruhigt und kann mich auf die Zeit danach
Hallo Ines,
oh, da hast Du auch so eine Schnellstarterin erwischt! 6,5 Monate ist schon mächtig früh…
Glaub bloß nicht, daß Emma so kuschelig und ruhig bleibt — nach der Läufigkeit werden die Karten nochmal neu gemischt. Ich zumindest hab inzwischen meine alte Hibbeltrine wieder *seufz*.
Man hat halt immer was zu meckern
.
Knuddels an Deine “ganz normale” junge Dame!