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Rondra

Ein Labradorblog

10. März 2007

Die Rache der stinkenden schwarzen Göttin

Heute im Wald ist es mal wieder passiert: Rondra hat sich in einem furchtbar stinkenden matschigen Zeugs gewälzt. Ob es Kacke war und wenn ja, von welchem Lebewesen die abstammte, konnte und wollte ich nicht mehr so genau analysieren.

Ich habe keine Ahnung, warum Hunde das machen. Und schon gar nicht, wie man es ihnen abgewöhnen kann. Zweimal habe ich schon Erfolge erzielt, als ich Rondra rechtzeitig erwischt habe: Genau in dem Moment, wo der schwelgerische Blick einsetzt und die Vorderpfoten abzuknicken beginnen.

Das eine Mal stürmte ich mit einem Urschrei auf sie zu, bei dem es nur Zufall gewesen sein konnte, daß der Bismarckturm stehen geblieben ist. Beim zweiten Mal warf ich brüllend einen Tennisball auf Rondra und hatte Glück, daß der Spieltrieb größer war als der Wälztrieb.

Heute hatte ich keine Chance: Rondra etwas abseits im Gebüsch schnüffelnd, während ich den Waldrand nach möglichen Besuchern abscannte. Als ich den Ort des Geschehens einsehen konnte, hatte sich Rondra schon die komplette Seite mit brauner Matsche eingesaut.

Ich schnappte mir laut schimpfend den verzückt blickenden Hund am Halsband, packte dabei noch einmal richtig in den Mist, der am Halsband klebte, schimpfte noch lauter und zog die widerstrebende Rondra vom Ort des Elends.

Auf dem Weg durch den Wald versicherte ich ihr mehrmals, daß sie gebadet werden würde, ob ihr das gefalle oder nicht. Und daß sie sich dabei gar nicht anzustellen brauche — wer sich in stinkender Matsche wälzt, braucht klares Wasser nicht zu fürchten.

Während ich also plappernd und brummelnd meines Weges zog, sah ich, daß uns ein Hund entgegenkam. Ich rief Rondra näher zu mir und wollte sie schon anleinen, da rief eine Stimme, deren zugehöriges Antlitz noch nicht zu sehen war:

“Meiner ist friedlich, lassen Sie sie nur laufen!”

Irgendeine Windung meines Hirns sagte mir, daß ich die Stimme kenne. Aber da es mir sowieso lieber war, das verdreckte Halsband nicht noch einmal anfassen zu müssen, ließ ich Rondra laufen.

Als ich den Hund sah, fiel es mir wieder ein: Das war Merlin, der Rondra kurz nach ihrer Läufigkeit so penetrant belästigt hatte.

Ich rief Merlins Frauchen zu, daß sich Rondra vorhin gewälzt habe. Ach ja, ihrer habe das in dem Alter ja auch immer gemacht, fing sie etwas Smalltalk an — um nach einer Minute innezuhalten und zu schnüffeln: “Puh, da hat sie sich ja was ganz Tolles ausgesucht… Komm, Merlin, wir müssen weiter! Schönen Tag noch!”

Den wünsche ich Dir auch, Frauchen von Merlin. Auch wenn unsere nette Unterhaltung so kurz war. Immerhin war sie lang genug für Rondra, um sich ein paar Mal mit Merlin zu behakeln.

Ich denke mal, im Hause Merlin wird heute auch Badetag gewesen sein…

Und falls ihr euch schon mal gefragt habt, ob mal zwei Kilometer lang leise kichernd durch den Wald laufen kann: Man kann!

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