Dummyarbeit
Ganz entgegengesetzt zu Rondras neusten Kleinkindanfällen steht ihr Verhalten bei der Dummyarbeit. Ja, richtig gelesen: Wir haben doch damit angefangen. Obwohl ich anfangs der Meinung war, daß der Labrador an sich zwar ein Apportierhund sein mag — aber meine keinesfalls.
Normalerweise wird im Haus natürlich nicht mit den Dummies gespielt, sondern sie sind weggepackt. Einfach, damit die Dummies für Rondra interessant und etwas Besonderes bleiben.
Normalerweise reagiert sie auch auch deutlich aufgeregter und freudiger auf die Dummies. Nur leider habe ich Rondra durch das Geklicke, was die Griffe der Dummies beim Hochnehmen gemacht haben, aus dem Tiefschlaf geholt, und sie wußte gerade überhaupt nicht, was das alles soll (und vor allem nicht, was SIE bei der ganzen Aktion soll, hihi).
Bisher haben wir nur mit “Happy Dummies” gearbeitet: Dummy fliegt, Hund flitzt hinterher, und alle sind glücklich und freuen sich. So sollte ihr erst mal der Spaß an der Dummyarbeit vermit telt werden.
Das Problem lag bisher auch nicht darin, daß Rondra dem Dummy nicht hinterherhechten würde. Nein, das tat sie eigentlich immer, ob Tennisball oder Dummy. Die Schwierigkeit war das Zurückkommen mit dem Teil im Fang.
Es ist nicht so, daß Rondra ein Beutehamster wäre, der seine Beute nicht ausgeben will und stattdessen seinen Führer stolz mit der Beute umkreist, um ein lässiges Fangenspiel zu starten. Vielmehr vertändelt sie sich beim Zurückkommen: Da wird das Dummy auf dem Rückweg abgelegt, hier geschnüffelt, da etwas gerannt, am Dummy rumgeknautscht…
Und ganz vielleicht nimmt sie es irgendwann wieder auf und kommt sogar damit zu mir zurück.
Sich zum Affen zu machen, um das Interesse von ihr zu wecken, brachte nur bedingt was. Kleine Erfolge erzielten wir mit einer guten Mischung aus Weglaufen und sich dem Hund abgewandt in die Hocke zu begeben.
Doch das war alles noch weit entfernt vom Idealbild des strahlenden Hundes, der mit dem Dummy im Maul vor seinem Führer wartet und dessen einziger Begehr es ist, seine Beute abzuliefern…
Absolut kurios jedoch:
Wenn ich “richtige” Dummies lege (Rondra im Sitz-Bleib, ich gehe mit dem Dummy weg, lege oder werfe es für sie sichtbar, gehe zu ihr zurück und “schicke” sie) — dann klappt das deutlich besser. Ich freu mich dabei regelmäßig wie ein Schneekönig, wenn sie zurückkommt, das Dummy richtig im Fang trägt und es sich sogar ausnehmen läßt.
Es ist fast so, als wolle sie mir sagen: “Weißt was, deine Kinderspielchen kannst du alleine machen. Komm wieder, wenn du richtige Arbeit hast!”
Wenn sie das mal nicht von ihrer Mutter hat! Die ist nämlich beim Dummytraining höchst gelangweilt — aber hellwach, wenn es richtiges Wild zu apportieren gibt.
Hoffentlich kommt Rondra nicht auch noch auf diesen Trichter.
Wo soll ich nur die toten Tiere hernehmen?