Frohes neues Jahr!
Ein wunderbares neues Jahr euch allen!
Wenn ihr Hunde oder andere Tiere habt, hoffe ich, daß ihr mit ihnen die Silvesternacht gut überstanden habt. Wir haben uns heute gleich wieder auf den Weg Richtung Ostwestfalen gemacht, und auf der Heimfahrt habe ich einige Berichte von Tieren gehört, die in der Silvesternacht vor der Böllerei ausgerissen sind und sich wohl irgendwo verkrochen haben/ sich nicht mehr nach Hause trauen… Schrecklich!
Bei Rondra haben die Züchter in der Sozialisierung ganze Arbeit geleistet: Sie freute sich auf der Feier vor der Knallerei, daß so viele neue Menschen um sie waren und spielte begeistert mit allen. Zeitweise legte sie sich in dem Gewimmel, das ein halbes Dutzend Menschen in einem Raum erzeugen kann, aber auch ganz souverän ab und pennte — trotz Musik und vor allem trotz Essen auf dem Tisch.
Kurz vor Mitternacht hatte sie einen kleinen Aussetzer, den ich mir bis jetzt nicht erklären kann: Sie wuffte plötzlich und sprang an mir und Frank hoch, als wäre sie sehr verunsichert. Äußeren Anlaß für ihr Verhalten sahen wir keinen: Es war nicht lauter oder stiller als sonst, die Leute waren noch die gleichen, und von der Aufbruchshektik, die kurz vor Mitternacht entsteht, wenn alles auf die Straße will, war noch nichts zu spüren.
Wir nahmen Rondra daraufhin aus der “Menge” der Leute raus in den Garten, gingen mit ihr ein paar Schritte und gaben ihr kleinere Aufgaben, nachdem wir sie wegen des Gewuffes zurechtgewiesen hatten (Hallo, wir sind Rudelchefs, und wir entscheiden, wann gewufft wird *grins*).
Danach beruhigte sie sich auch wieder und war wie zuvor… Vermutlich ein kleines Hormonchaos.
Um Mitternacht selbst war Rondra ein Traum!
Wir waren zwar nicht inmitten des Geschehens, sondern feierten in einem recht ruhigen Wohngebiet. Doch auch da wird nun mal geballert.
Ich muß zugeben, daß ich Silvester in solchen Gegenden ruhiger in Erinnerung hatte. Dieses Jahr hatte ich bei jedem Krachen und jeder hell leuchtenden Rakete einen kritischen Blick auf Rondra. Gerade bei der Unsicherheit, die sie jetzt in der ersten Läufigkeit zeigt, war mir etwas unwohl dabei, um Mitternacht mit Rondra rauszugehen. Wenn ich gemerkt hätte, daß ihr die Sache unheimlich ist, hätte ich sie aus dem Trubel zurückgehalten.
Doch sie freute sich mit, wenn wir bei besonders schönen Raketen jubelten, und selbst richtig laute Knallgeräusche, bei denen sogar wir zusammenzuckten, interessierten sie nicht.
Von Rondras coolem Verhalten angesport, machte ich schließlich die Probe aufs Exempel, ob ich Rondra in diesem Rummel wirklich in der Konzentration halten könnte: Die anderen sollten sich genauso verhalten wie zuvor und mit ihrem Böllerkram hantieren. Ich brachte Rondra ins Sitz und hielt ein Leckerli über sie, auf das sie wie immer bei dieser Übung gebannt starrte.
Von Knallereien ließ sie sich nicht ablenken. Einige Meter neben Rondra startete unterdessen so ein kniehohes Sprühfeuerwerk (ungeplant — aber ich hatte ja die anderen gebeten, sich so zu verhalten, als wäre kein Hund anwesend…).
Dies quittierte Rondra mit einem kurzen Seitenblick, um danach sofort wieder das Leckerli zu fixieren.
Damit hatte sich Rondra das Leckerli und ein riesengroßes Lob verdient. Und ich staunte Bauklötze, wie viel eine gute Sozialisierung auch in solchen Extremsituationen ausmacht!
Vermutlich dachte sich Rondra: “Ich bin an einem Ort, wo sich fremde Menschen, die von meinem Rudel gemocht werden, Wald in die Stube stellen und mit Glitzerzeug behängen. Dann blutet mir die Mumu, und schließlich fällt auch noch komisches weißes Zeug vom Himmel. Wenn die nun denken, sie müßten mitten in der Nacht einen Höllenlärm und seltsames Licht machen — mir doch egal. Offensichtlich bin ich an einem Ort gelandet, wo Schwachsinn am laufenden Meter produziert wird!”
Inzwischen ist der kleine schwarze Hund nach einem vorbildlich absolvierten Restaurantbesuch (nur brav unter den Stühlen gelegen) und einer komplett verschafenen Autofahrt mit seinem Rudel wieder in “seinem” Revier gelandet. Es brauchte nur ein Abendessen und eine stürmische Begrüßung der Mitbewohner, bis Rondra das macht, was sie um diese Zeit immer macht: Sie gibt den Fläzbär in ihrem Körbchen.
War eine feine Reise mit dir, kleiner schwarzer Hund — mit dir fahren wir mal wieder weg!