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Rondra

Ein Labradorblog

2. Februar 2007

Immer noch Nachwehen der Läufigkeit?

Ich muß mal wieder das sagen, was ich in letzter Zeit immer häufiger sage:

Ich habe einen wunderbaren Hund!

Vor einigen Wochen war ich noch recht angenervt, weil das Thema Leinenführigkeit gar nicht vorangeht: Rondra zog bei der allergeringsten Ablenkung. Ich konnte mich mit Leckerlies oder Spielzeug abstrampeln und zum Affen machen, daß die Leute schon guckten — nüscht.

Alles, was trainiert wurde, war die Muskulatur meines linken Arms.

Böse frustriert war ich, als eine Arbeitskollegin mit ihrem 5 Monate alten Labrador-Rottweiler-Mix auf mich zukam: Der Hund zog nicht, obwohl ich schon freundlich in ihre Richtung grüßte, sondern blickte aufmerksam zu seiner (durch mich abgelenkten) Halterin.

Gut, im Nachhinein habe ich erfahren, daß dieser Hund zwar draußen sehr brav und führig ist, aber zu Hause alles in Schutt und Asche legt und von Tischen klaut, sobald man ihm den Rücken dreht.

Das beruhigte mich etwas, denn bei der Zugmaschine Rondra kann man zu Hause sogar das Fressen im Napf offen auf die Küchenarbeitsplatte stellen, ohne daß es bei stundenlangem Alleinbleiben angerührt wird (geht auch bei frischem Pansen — will man aber nicht, denn der riecht selbst für unsensible Menschennasen wahrnehmbar überall hin!).

Ich muß zugeben, Rondra hat einmal Lebkuchen vom Wohnzimmertisch und einmal Weihnachtskekse von der Stereoanlagen-Box geklaut, die ich als Ablage neben dem Lesesessel nutze. Aber wenn ich ehrlich bin, haben wir bei diesen beiden Orten auch noch nicht drüber gesprochen, ob Rondra sie als Tabuzone oder als Selbstbedienungsladen betrachten soll…

Wie auch immer: Zwar hat es mich beruhigt, zu hören, daß der deutlich jüngere Rüde zwar leinenführiger, aber dafür eben zu Hause ein Wildschwein ist. Trotzdem erinnerten mich mein schmerzender linker Arm, die nach dem Gassigang strapazierten Stimmbänder (”Laaaangsam — Rondra, guck mal! — Fuß!”) und die abgenutzten Schuhsohlen (durch die vielen Kehrtwendungen, um Rondras Aufmerksamkeit zu kriegen), doch ständig und deutlich daran, daß Rondra und ich hier noch eine Baustelle haben.

Und nun?

Seit diesem Jahr habe ich das Gefühl, es ist viel einfacher, Rondras Aufmerksamkeit zu bekommen und zu behalten. Ich habe eine realistische Chance, sie bei Leinenübungen in der Konzentration zu halten und kann richtig was mit ihr anfangen. Es macht so viel Spaß, einfach nur “Rondra — Achtung!” zu sagen, und sie ist da. Mit diesem wunderbaren Blick, der signalisiert: “Ich paß auf! Sag du, was ansteht — ich mach es gerne.”

Vielleicht ist Rondra durch die Läufigkeit im Kopf ein wenig erwachsener geworden. Vielleicht habe ich auch mit meinem hartnäckigen Training tatsächlich etwas bezweckt.

Im allerschlimmsten Fall ist es etwas Betulichkeit und Sensibilität durch die Hormone und eine Scheinträchtigkeit, die uns ja auch noch erwischen kann. In ein paar Wochen werden wir es wissen. Nippel hat die kleine Dame ja, da könnte man Hundepornos von drehen *lach*.

Bis dahin genieße ich einfach die Zeit mit einem so aufmerksamen Hund, der meine Kommandos voller Freude befolgt. Kleine Übungen, die auf für die Begleithundprüfung gut sind (Fuß mit wechselndem Tempo, Sitz, Bleib, Hier, und das Ganze auch ohne Leine), trainieren wir jetzt unter stetig steigender Ablenkung: Auf Teer im wenig frequentierten Wohngebiet, im heimischen Garten, auf unbekanntem asphaltiertem Gebiet, und zuletzt auf der stark nach anderen Hunden riechenden Wiese am Bismarckturm.

Ich weiß nicht, was noch kommen wird: Scheinträchtigkeit, neue Rüpelphase, was auch immer. Aber ich nutze im Moment jeden Spaziergang mit Rondra und hoffe inständig, daß sich von den derzeit so gelungenen Trainingseinheiten irgendwas in dem kleinen schwarzen Quadratkopp festsetzen wird und die noch anstehenden Turbulenzen überdauert.

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