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Rondra

Ein Labradorblog

7. April 2007

Kauen und Schimpfen

Nein, keine neue Geschichte über Sachen, die Rondra zerbissen hat und die mich sauer machen. Sondern zwei kuriose Erlebnisse aus dem Wald.

No. 1:

Ich war nach der Arbeit mit Rondra zum Bismarckturm gefahren. Nach dem Weg durch den Wald setzte ich mich auf einen Baumstamm, blinzelte träge in die Sonne und ließ Rondra frei über Wiese schnüffeln. Kein Mensch war weit und breit zu sehen, wir hatten die Wiese für uns.

Plötzlich zog mir ein sehr fruchtiger, sehr künstlicher Geruch in die Nase.

Ich brauchte 10 Sekunden, um überhaupt zu orten, was gerade nicht stimmt. Nämlich die Tatsache, daß ein künstlicher, fruchtiger Geruch, der definitiv nicht von mir ausging, nicht zu einer menschenleeren Wiese mitten im Wald paßt.

Weitere 10 Sekunden vergingen, bis ich den Geruch zugeordnet hatte: Wrigley’s Juicy Fruit. Fand ich als Kind auch schon eklig.

In den nächsten 10 Sekunden ging ich der Sache auf den Grund und sah mich um. Da sah ich Rondra, wie sie — eben noch selig kauend — aufsprang, ein paar Schritte zur Seite ging… und schließlich einmal kräftig schluckte.

Ein kaugummikauender Hund…
Ts, Sachen gibt es!

***

No. 2:

Ich ging mit Rondra ohne Leine einen Waldweg entlang. Sie entfernt sich zwar ab und zu vom Weg, um zu schnuffeln oder zu gucken, bleibt aber immer schön in Sichtweite. Dennoch rufe ich sie ab und zu mal grundlos heran, belohne sie fürs Kommen, schicke sie wieder weg oder leine sie für eine Zeit lang wieder an. Einfach, weil es ein gutes Training ist und viel interessanter für Rondra, als einfach nur so zu laufen.

Auf diesem Spaziergang dachte ich an einer kleinen Steigung plötzlich, es wäre eine gute Idee, Rondra jetzt mal wieder heranzurufen. Vorher war sie durch eine Matschepfütze gelaufen und hatte sich ordentlich eingesaut. Das hatte ich gesehen und auch geduldet (Hey, das ist ein Hund! Kein Porzellan für die Vitrine!).

Aber erst jetzt, wo sie zurückkam und ich an das zugesiffte Halsband packen mußte, um sie anzuleinen, sah ich, daß sie es geschafft hatte, sich in der zehn Zentimeter tiefen Pfütze bis zu den Ohren vollzuspritzen.

Daher schimpfte ich im Spaß ein wenig mit ihr: “Boah, du Dreckschwein, wie siehst du denn aus? Bis obenhin voll Matsch - macht das denn Spaß?!”

Erst, als ich mich vom Anleinen wieder aufrichtete, sah ich, daß von hinten ein Mountainbiker schon sehr nahe an uns herangekommen war. Durch die kleine Anhöhe und seine schlechte Kondition war er entsprechend langsam.

Nun spreche ich im Wald, wo mich keiner hört ich glaube, daß mich keiner hört, normal laut mit Rondra. Und er schien gehört zu haben, was ich gesagt habe.

Daß ich das aber zu Rondra sagte, hat er wohl nicht gehört.

Zumindest las ich das aus seinem empörten Gesichtsausdruck.

(Und dabei hatte er noch Glück gehabt: In der Läufigkeit bedachte ich Rondra wegen ihrer geschwollenen Zitzen gern auch mal mit Kosenamen wie “Tittenmaus” oder “Nippelschwein”…)

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