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Rondra

Ein Labradorblog

17. März 2007

Köderrecherche

Angeregt durch Brigittes Kommentar habe ich diese Woche einfach mal bei der Kreisjägerschaft angerufen, um in Sachen Köder zu recherchieren.

Ich war etwas skeptisch, ob ich mit meiner Anfrage dort richtig und willkommen bin — schließlich gibt es ja einige meist eher unangenehme Berührpunkte zwischen Jägern und Freizeithundehaltern. Erst vor wenigen Monaten ging hier ein Fall durch die Presse, wo ein Jäger angeblich wildernde Familienhunde erschossen hatte.

Meine Bedenken erwiesen sich aber als falsch: Ich führte ein langes, informatives und sehr freundliches Telephonat mit einem Vertreter der örtlichen Kreisjägerschaft.

Er war ganz erstaunt über meine Schilderungen und konnte auf jeden Fall ausschließen, daß die Köder im Zuge der Tollwutimpfung durch Jäger gelegt wurden: Seit Jahren wurde so etwas nicht mehr gemacht, und wenn, dann wäre es groß im Verband angekündigt worden. Der Schnatweg würde sowieso nicht zu solchen Gebieten zählen, da dort kein tollwutgefährdeter Bezirk sei. Sollte irgendwo eine Tollwutimpfung mit Ködern stattfinden, so würde das mit professionellen Schildern in diesen Gebieten angekündigt werden.

Die Köder für die Schluckimpfung seien außerdem für Hunde harmlos: Er berichtete von einem Fall, wo der Jagddackel eines Mitjägers versehentlich eine halbe Tüte Köder gefressen habe. Bis auf große Freude und gute Sättigung habe man an dem Tier nichts feststellen können (allerdings dürfte es einen Antikörperspiegel intus gehabt haben, den sonst ein Dutzend Hunde nicht hat…).

Als ich von meiner Besorgnis, gerade wegen des vor Monaten ausgelegten Giftes, berichtete, konnte sich der Jäger konnte gar nicht vorstellen, wie jemand an ein solches Gift kommen kann: Die derzeit auf dem Markt erhältlichen Pflanzenschutzmittel, die für mittelgroße Hunde wirklich giftig sind, hätten einen so strengen Geruch/ Geschmack, daß damit präparierte Köder für Hunde nicht mehr attraktiv sein würden. Selbst bei den nur für Fachleute zu erwerbenden Mittel müßte der Hund mehr als ein Pfund reinen Wirkstoffs fressen, um ernsthaft Schaden zu nehmen.

Sollten Köder mit Rattengift gespickt sein, sei es wichtig, dem Hund schnell vom Tierarzt Vitamin K verabreichen zu lassen: Die blutgerinnungshemmende Wirkung des Giftes könne so zuverlässig und mit relativ einfachen Mitteln wieder aufgehoben werden.

Wie es mit Wirkstoffen aussieht, die man sich auf nicht legalem Weg beschaffen kann, konnte der Herr leider nicht sagen.

Ich bin nach diesem Gespräch etwas beruhigt, aber noch immer recht besorgt: Das Interesse und die Bereitschaft, zu informieren, zeigte mir, daß die Jäger im Kreis nicht “der Feind” sind. Im Gegenteil, er schien mir dankbar für meine Hinweise zu sein und bot von sich aus an, meine Infos an Jäger weiterzugeben, die im betroffenen Gebiet aktiv sind.

Andererseits lese ich zu viele Forenbeiträge über vergiftete Hunde, als daß ich das Thema Gift aus meinem Gedächtnis streichen möchte. Von den Infos über die abschreckende Wirkung stark riechender Pflanzenschutzmittel mal abgesehen: Eine zu spät bemerkte Aufnahme von Rattengift kann böse ausgehen. Und mit Nadeln und Scherben gespickte Fleischköder riechen nicht — und sind trotzdem gefährlich.

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