Leinenführigkeit - Stolz wie Oskar
Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Rondras absolutes Nachsitzerfach, die Leinenführigkeit, macht Fortschritte!
Sicher ist das alles noch gaaanz weit von “perfekt!” entfernt, und bei der Begleithundeprüfung oder beim Obedience hätten wir gute Chancen, uns zum Gespött des Tages zu machen. Aber man wird bescheiden und gibt sich auch schon mit den kleinen Erfolgen zufrieden.
Fakt ist:
- Auf unserem morgentlichen Weg zur Strotheide läuft Rondra größtenteils ohne Aufforderung an der Leine bei Fuß. Es sei denn, kurz vorher liefen auf dem Weg Lucy, Sammy oder sonst ein “Den-kenn-ich!-Wo-isser?”-Hund. Aber auch dann genügt ein Zeichen (linke Faust klopft auf Tasche, wo die Leckerlies sind) und/ oder ein Kommando, und Rondra ist wieder hier.
- Im Freilauf bietet Rondra immer öfter von sich aus ein Bei-Fuß-Gehen an. Und wird dafür natürlich königlich entlohnt.
- Generell ist die Leinenzieherei weniger geworden. Selbst in unbekanntem Territorium ist es ohne Ablenkung inzwischen zumindest einen Versuch wert, den Hund zu lockerer Leine zu animieren — war vorher undenkbar.
(Gut, wenn noch andere Hunde dazukommen oder Hasen auf dem Feld — forget it. Aber man ist ja bescheiden geworden…)
- Absolutes Premiumerlebnis gestern: Am Bismarckturm habe ich eine Frau mit einem vier Jahre alten braunen Labrador getroffen. Ein Wuselfritz vor dem Herrn und Rondra mindestens ebenbürtig. Wir liefen, die beiden spielten frei und blieben im näheren Umkreis (das war noch nie ein Problem).
Dann kam eine Horde Jogger, und wir riefen unsere Hunde, um sie an die Leine zu nehmen.Ben, der Labbirüde, zog, als wäre er ein Schlittenhund. Und Rondra, trotz der Ablenkung durch Jogger, aufgeputscht durch das eben noch so freudige Spiel mit dem noch ganz nahen Labbi, himmelt mich (und meine Leberleckerlies) an und läuft schwanzwedelnd bei Fuß!
Das sind so die Momente, wo ich merke, daß sich in all den Monaten in dem schwarzen Quadratkopp wohl doch was festgesetzt haben muß und es sich lohnt, am Ball zu bleiben. Und es muß auch mal sein, daß ich das niederschreibe und meinen Hund in seinem Weblog lobe wie nix Gutes.
Denn ich bin mir sicher: Schon beim nächsten Training ist alles wie weggeblasen, sie hängt wieder in der Schnur, ohne daß ich sie auf mich konzentrieren kann.
Und dann werde ich mir wieder sagen:
“Ein Hamster soll ja auch ein nettes Haustier sein.”