Nachwehen der Läufigkeit I
So, nun wollen wir uns mal dran machen, hier die Frequenz der Einträge dramatisch zu erhöhen. Im Kopf habe ich schon so einiges fertig, was ich hier unbedingt berichten will. Allerdings fehlte dazu in den letzten Tagen und Wochen etwas die Zeit…
Aber nun ist Wochenende, und es gibt keine Ausreden mehr!
Berichten möchte ich euch auf alle Fälle von zwei Begegnungen mit Rüden, die unterschiedlicher nicht hätten ausfallen könnten.
Mit Rüdenbegegnungen bin ich in der Läufigkeit zum Glück verschont geblieben. Doch auch nach der Läufigkeit ist es ja so, daß eine Hündin noch einige Zeit danach für Rüden recht lecker riecht. Das bemerkte auch Tino, der ab und zu unsere Mittags-Gassirunde begleitet.
Tino ist ein klitzekleiner schwarzer Wicht, dessen Rasse ich gar nicht kenne. Am Anfang unseres Spaziergangs war sein Frauchen reichlich irritiert, weil der sonst so brave Tino dieses Mal ganz unanständig an der Leine zog. Nachdem ich ihr erklärte, daß Rondra gerade läufig war, verstand sie ihr kleines Kerlchen etwas besser…
Als wir die Hunde etwas später frei laufen ließen, kam ich aus dem Lachen nicht mehr heraus: Tino lief ganz aufgeregt um Rondra herum und unter ihr hindurch (ja, so winzig ist der!), bis er schließlich das Ziel seines Begehrens gefunden hatte: Er sprang auf die arglos vorauslaufende Rondra auf.
Rondra war erst etwas verblüfft, verbiß ihn aber nicht. Stattdessen drehte sie schnurstracks um und verfolgte Tino — bis sie ihrerseits auf seinen Hintern sprang.
Das Ganze passierte nicht aggressiv oder als Unterwerfung, sondern ganz spielerisch und freundlich. Ich hatte den Eindruck, als ginge in Rondra folgendes vor:
[Tino springt auf] “Huch, das ist ein ungewöhnliches Spiel. Aber ich glaube, es kann ganz lustig werden. Beim Fangenspielen wechselt man sich immer ab, sicher ist das hier auch so. Na, mein Kleiner, dann tauschen wir mal!”
Tino war komplett verblüfft, als 25 Kilo schwarz befellter Spaß auf seinem Rücken landeten und prompt spielauffordernd wieder davon sprinteten. Sein Blick sagte ganz klar: “Das ist doch Quatsch! Männchen auf Weibchen, so gehört das! Andersrum gab es das noch nie!”
Nichtsdestotrotz versuchte es Tino noch ein paar Mal, immer mit dem gleichen Ergebnis: Rondra jagte ihn, bis sie wieder auf ihm aufsatteln konnte, und hinterließ einen verwirrten Tino.
Wir haben alle Tränen gelacht, und meine Kollegin berichtete am nächsten Tag, Tino sei am Abend sehr, sehr müde und erschöpft gewesen…
So lustig diese Rüdenbegegnung war, so unangenehm war die nächste, über die ich gleich schreiben werde.