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Rondra

Ein Labradorblog

4. Juni 2008

Notarzt und ein großer Schreck

Ich mußte die beiden letzten Einträge mit den Bildern unbedingt vor diesem Eintrag schreiben. Denn sonst hätte dieser Eintrag genau an die Einträge über die verletzte Pfote angeschlossen, und ihr hättet vielleicht gedacht, daß so ein Hund immerzu nur krank und verletzt ist.

Wir waren gestern am späten Nachmittag mit Rondra an den Aawiesen, wo sie schön mit Lupo und Joker (der leider immer noch recht aufdringlich ist) toben und rennen konnte. Zwischendrin mal einen Ball aus der Aa geholt (das ist gut zum Abkühlen), ein wenig Fußlaufen bei Herrchen und Frauchen (das ist gut für die Ohren) — ein ganz netter Spaziergang also.

Abends dann noch unverhoffter Besuch von der unehelichen Schwiegermutter und der Mitbewohnerin, ein wenig Bespaßung mit dem Kauseil… Prima.

Eine Stunde später hechelte Rondra wie verrückt, schmatzte und leckte sich die Nase.

Normalerweise ist das ein Zeichen dafür, daß sie sich übergeben muß. Wir waren noch recht unbesorgt und vermuteten, daß sie einfach mal wieder zu viel Gras gefressen oder ein Holzstückchen verschluckt haben müsse. Dann überlegt sich der Hundekörper nämlich genau, ob er dieses Zeugs auf dem regulären Weg loswerden kann und will. Oder ob er besser den Rückwärtsgang einlegt.

Frank brachte die noch immer hechelnde Rondra nach draußen (Erfahrung: Wenn es an der einen Öffnung vom Hund drückt, machen die anderen immer gleich mit).

Dort stellte er fest, daß Rondra Blut pinkelte!

In meinem Kopf ging der kleine Hundenotfallplan los: Starkes Hecheln, Übelkeit, Blut im Urin… Waren das nicht Vergiftungserscheinungen?!

Kann ich hundertprozentig sagen, was mein Hund gefressen hatte? Konnte ich natürlich nicht: An der Aa sind die Wiesen noch recht hoch, und wenn Rondra dort mit anderen Hunden ihre Kreise zieht, kann ich sie allein schon aufgrund des Bewuchses nicht immer im Blick haben.

Es war inzwischen halb acht Uhr abends, mein Tierarzt hatte bereits geschlossen. Ich überlegte, ob ich die Mobilnummer wählen sollte, die er auf dem Band ansagte, oder ob ich gleich in die Tierklinik fahre.

Ich entschied mich, dem guten Mann seinen Feierabend zu lassen und fuhr stattdessen nach Bielefeld — nicht ohne vorher Rondra, die inzwischen nicht mehr hechelte, sondern das aufgeregte Treiben um sie herum mit freudiger Erwartung beobachtete, noch eine Zecke zu ziehen. Die hatte sich nämlich an einer recht brisanten Stelle angesaugt, die der Arzt im Zusammenhang mit blutigen Ausscheidungen sicher untersuchen würde.

Total albern, ich weiß. Aber man zieht ja auch saubere Unterwäsche an, wenn man zum Arzt geht. Daher erschien es mir nicht richtig, den Hund mit einer Zecke an der Mumu beim Arzt vorzuführen.

In der Klinik stellte man fest, daß Rondra wohl eine schnöde Blasenentzündung hat. Rondra bekam zwei Spritzen und für die nächsten Tage Antibiotikum, und wir sollten darauf achten, daß sie spätestens nach drei Tagen wieder normal pinkelt.

Puh…

Um es mal im Stil einer früheren Kreditkartenwerbung auszudrücken:

Notfallbehandlung in der Tierklinik: 50 Euro.
Antibiotikum für eine Woche: 20 Euro.
Wissen, daß mein Hund nicht ernsthaft krank ist: UNBEZAHLBAR!

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