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Rondra

Ein Labradorblog

21. Oktober 2007

Projekt Begleithundeprüfung - Zwischenstand -

Während unser sonntägliches Training bisher recht dummy-lastig war, geht es nun in großen Schritten auf die Begleithundeprüfung zu, die die meisten der mittrainierenden Hundeführer gern ablegen möchten.

Nicht, daß dies nun in den Trainingsinhalten eine Wendung um 180 Grad wäre — nein, ich bin erstaunt, wie viele Elemente der Begleithundeprüfung (die ja im Wesentlichen Grundgehorsam abfragt) wir bei der Arbeit mit Dummies quasi nebenher mit trainiert haben: Aufmerksamkeit, Konzentration, die Freude an der Zusammenarbeit mit dem Führer…

Wer aber nun meint, die Begleithundeprüfung wäre für uns erfahrene Dummyarbeiter ein Spaziergang, der irrt gewaltig. Tatsächlich habe ich noch ziemliche Manschetten davor, und im Moment würde Rondra da mit Pauken und Trompeten durchrasseln. Doch ich sehe auch Fortschritte.

Für diejenigen, die nicht wissen, was so eine Begleithundeprüfung ist, hier mal die einzelnen Abschnitte dazu nach der Prüfungsordnung des Deutschen Retriever Club (DRC) [pdf-Datei]– und Rondras derzeitiger Trainingsstand.

Leinenführigkeit

Autsch, schon zu Anfang kalt erwischt! Der regelmäßige Leser weiß, daß das Rondras Nachsitzerfach ist. Daran hat sich auch nichts geändert.

Aber erst mal kurz zur Übung selbst:

Man läuft mit dem angeleinten Hund und zeigt dabei diverse Wendungen (90 Grad rechts, links und eine 180-Grad-Wendung), Tempowechsel und Stops. Bei den Stops sitzt der Hund neben dem Führer, und ansonsten bewegt er sich auf Kniehöhe des Führers.

Dann geht der Führer mit dem angeleinten Hund durch eine Menschenmenge, die sich durcheinanderbewegt (simulierte Fußgängerzone). Auch hier heißt es Kniehöhe, und es gibt mindestens eine direkte Begegnung mit einem Menschen. Dabei sitzt der Hund neben dem Führer.

Das ist der Teil, vor dem ich am meisten bange bin. Das Problem ist die Ablenkung und Rondras Nasengeilheit: Was auf geteerter Fläche und ohne Ablenkung noch halbwegs gut klappt, wird auf einer Wiese zum Gewürge. Rondra ist mit der Nase unten und unerreichbar für mich.

Da nützt keine Ansprache, kein Leckerlie (was in der Prüfung eh nicht erlaubt wäre), keine Tempowechsel, noch so drastisches Leinengerupfe… Madame ist wech. Selbst wenn ich sie zufälligerweise mal kriegen sollte, ist sie mir nach 0,005 Sekunden wieder entglitten und mit der Nase unten.

Ich befürchte, ich hab nen ADS-Hund und würde es gern mal mit Ritalin-Gabe versuchen…

Doch stattdessen bestätige ich Rondra an den Stellen, wo es gut klappt (geteerte Fläche) und erhöhe nun langsam die Ablenkung (eigener Garten, bekanntes Gelände, gemähte fremde Wiese, Wiese mit hochstehendem Gras…).

Derzeit stehen wir irgendwo zwischen “bekanntes Gelände” und “gemähter fremder Wiese”. Wenn wir Pech haben, erwartet uns bei der Begleithundeprüfung aber “Wiese mit hochstehendem Gras und Kaninchenkötteln”…

Freifolgen

Die Übung der Freifolge ist genau die der Leinenführigkeit, nur eben ohne Leine.

Wer nun denkt: “Boah, wenn so ein Nasenschwein schon an der Leine hohldreht, wie mag das erst sein, wenn sie gehen kann wie sie will?” — Der irrt!

Rondra ist eine Heldin der Freifolge! Natürlich muß ich auch da noch ackern, um ihre Aufmerksamkeit zu bekommen und sie zu halten, wenn es am Boden lecker riecht. Aber im Vergleich zu ihrem Verhalten an der Leine ist das ein Kinderspiel.

Ob es die Leine ist, die ihr Sicherheit gibt, nach dem Motto: Frauchen ist ja da und kann nicht verloren gehen, da kann ich auch mein eigenes Ding drehen?

Ich weiß es nicht…

Hinsetzen und Sitzenbleiben in Verbindung mit Herankommen

Freifolge — Hund bekommt ein Sitz-Kommando — Führer geht etwa 20 Meter weiter und dreht sich dann zu seinem Hund um — Führer ruft auf Kommando des Richters den Hund ab — Hund sitzt vor dem Führer — Hund geht in Grundstellung (Sitz an der Seite des Führers)

Das Setzen des Hundes sollte dabei aus der Bewegung erfolgen, d.h. der Führer sollte sich nicht verlangsamen. Ich muß gestehen, daran hatten wir zu knabbern, weil mir Rondra oft hinterhergelaufen war, wenn ich sofort weiterging. Inzwischen ist das besser, und mit einem Doppelschritt auf der Stelle neben ihr, bevor ich weitergehe, bleibt Rondra sicher sitzen.

Noch nicht perfekt, aber der Grundbau steht. Und ich weiß, wie ich das weiter verbessern kann.

Schwierig noch das Vorsitzen nach dem Abrufen, weil wir mit Rondra bisher beim Herankommen das direkte “Einparken” an der Seite trainiert haben.

Aber auch das sind Kleinigkeiten.

Ablegen und Liegenbleiben

Ui, das “Platz!”-Kommando… Wie das Absetzen sollte das aus der Bewegung erfolgen. Da hat Rondra noch Probleme, weil ich das “Platz!” (Zeigefinger zeigt nach unten vor den Hund) noch sehr deutlich geben muß und erst weitergehen kann, wenn Rondra auch wirklich liegt.
Hier macht vermutlich Übung den Meister, und wir bauen das immer wieder in Spaziergänge ein.

Wenn Rondra dann aber liegt, dann liegt sie und macht keine Anstalten, sich aufzusetzen oder hinterherzugehen.

Anders als beim Absetzen wird der Hund bei dieser Übung nicht abgerufen, sondern der Führer geht zurück zum Hund und stellt sich an seine Seite. Erst auf Kommando des Führers geht der Hund in Sitzposition.

War anfangs schwierig, klappt aber nun tadellos.

Ablegen unter Ablenkung

Auch eine Übung, bei der ich etwas Sorge habe.

Hier wird der Hund abgelegt, und wie in der vorherigen Übung geht man etwa 40 Meter vom Hund weg. Dann geht eine Gruppe von mindestens vier Personen und einem anderen, angeleinten Hund auf den Hundeführer zu, begrüßt ihn und verschwindet mit dem Hundeführer außer Sicht. Nach einer Minute kehrt der Hundeführer wieder zum (hoffentlich liegengebliebenen) Hund zurück und bringt ihn mit Kommando wieder ins Sitz.

Schon beim Abholen dürfte bei Rondra etwa Folgendes im Kopf ablaufen: “Woah, die geht mit einem anderen Hund weg! Ich wette, mit dem kann man super spielen! Und ich lieg hier so rum… Das muß doch nicht sein, oder?”

Überhaupt: Mein Hund in einem Kommando, dessen Einhaltung ich nicht kontrollieren kann, weil ich schlichtweg nicht da bin… Hui.

Aber dieses Problem ist ausnahmsweise mal kein Rondra-spezifisches, und wir werden da noch viel drauf hin trainieren.

Bringen eines weichen Gegenstandes

Och ja — was Schönes zum Ende hin!

Hund sitzt unangeleint, Richter wirft Dummy (oder was anderes, was der Hundeführer mitgebracht hat — hier sind auch schon Plüschteddies geflogen!), Hund geht zum Gegenstand auf Kommando des Führers, kommt zum Führer, sitzt vor und gibt Gegenstand wieder aus.

Rondra bleibt sitzen, ohne nach einem fliegenden Dummy zu hechten. Meistens, zumindest — In letzter Zeit hat sie sich leider beim Wasserapport vor lauter Freude das vorzeitige Einspringen wieder angewöhnt. Aber seit sie dort wieder ein paar Mal beim Werfen an die Leine mußte und erst zum Kommando abgeleint wurde, ist das auch wieder weg.

Schicken, laufen, bringen — kein Thema, dazu hab ich nen Retriever.

Blöd ist noch, daß sie das Dummy nicht immer erst nach dem Vorsitzen in die Hand ausgibt, sondern mir oft schon auf dem Weg zu mir freudig vor die Füße wirft. Dieses Verhalten will ich, unabhängig von der Begleithundeprüfung, sowieso noch loswerden, weil es einfach schöner (und praktischer) ist, das Dummy in die Hand gegeben zu bekommen. Und falls ich das nicht schaffe, ist es auch nicht schlimm, sondern gibt nur einen kleinen Punktabzug.

Schussfestigkeit

Hier gibt es keine Punkte. Wenn der Hund allerdings des Schusstest nicht besteht, ist er durchgefallen.

Zwei Schüsse werden in 30-50 Meter Entfernung vom Hund abgegeben. Falls der Hund davon so verschreckt ist, daß er sich nicht nach einer Weile wieder erholt hat, hat der Hund den Schusstest nicht bestanden.

Definitiv kein Problem für Rondra. Ich sollte allerdings den Schützen vorwarnen: Möglicherweise stürmt Rondra wüst auf ihn zu: “Ui, bei dir ist was los, das ist ja toll!”

Nach diesem Teil gibt es für die Hunde, die bestanden haben, noch eine Verkehrssicherheitsprüfung, die aber nicht bepunktet, sondern nur mit “bestanden” oder “nicht bestanden” gewertet wird. Auch hier wieder Fußfolge, Ablegen, Warten unter Ablenkung, aber eben unter Alltagsbedingungen (Fußgängerzonen, Anleinen vor dem Geschäft, entgegenkommende Radfahrer, Fußgänger, etc.).

Kein Teil, um den ich mir momentan Gedanken mache — Ich bin glücklich, wenn wir erst mal Teil A bestehen! Und das wird noch eine Menge Arbeit…

Dennoch trainiere ich im Moment mit Rondra “Coolbleiben in der Fußgängerzone”. Nicht wegen der Begleithundeprüfung. Sondern weil ich dort das Arbeiten und Konzentriertbleiben unter hoher Ablenkung mit ihr üben kann und mir davon eine gute Portion mehr Gelassenheit für Rondra verspreche.

Außerdem bin ich dort derzeit wegen meines Umstiegs auf Kontaktlinsen öfter beim Optiker, wo Rondra mit ins Geschäft darf. Dort gibt es einen netten gelben Labbi, der sich prima zum Arbeiten unter Ablenkung eignet. Und außerdem Leute, die volles Verständnis haben weil sie wissen, wie es ist, eine allzeit zum Spaß bereite Fellkugel an der Leine zu haben…

Doch das ist wieder eine andere Geschichte.

Ein Kommentar zu “Projekt Begleithundeprüfung - Zwischenstand -”

  1. Rondra » Blog Archive » Begleithundeprüfung — Nur noch vier Wochen! am 15. März 2008 um 23:45

    Eigentlich ist nicht wirklich alles schlecht. Am besten ziehe ich mal Zwischenbilanz, ohne die Übungen weiter zu beschreiben. Wer dazu noch Infos braucht, kann sich den Eintrag vom Oktober letzten Jahres ansehen. …


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