Urlaub — Mega-Hmmmpf!
Tja, das hatte ich mir ja schön ausgedacht mit dem Schweden-Urlaub. Wasser, Wildnis, Einsamkeit, und zwischendrin wir mit dem kleinen schwarzen Hund.
Doch Anfang März kam der ultimative Tritt vor’s Schienbein:
Rondras Tollwut-Titer ist zu niedrig!
Das Problem des zu niedrigen Wertes trifft vor allem (aber nicht nur) Junghunde, die Durchfallquote liegt wohl bei 10%. Insgesamt ist die Bestimmung des Impfschutzes über die Zahl der Antikörper im Blut auch recht umstritten, mehr dazu in diesem Artikel.
0,5 I.E. pro ml Blut ist der geforderte Wert.
Madame hatte einen Wert von 0,46 I.E.!
Aber knapp daneben ist auch vorbei, und man riet mir dringend davon ab, “schwarz” einzureisen (auch, wenn Rondra immer schwarz fährt, hihi): Neben saftigen Geldbußen gab es wohl schon Hunde, die in Quarantäne landeten.
Da stand ich dann also letzte Woche und freute mich, daß ich zumindest Haus und Fähre für umsonst bzw. für wenig Geld stornieren konnte. Aber es mußte ja wieder ein anderer Urlaub her… In jedem Fall am Wasser, und keinesfalls in den Süden.
Nachdem wir letztes Jahr schon in Dänemark waren, wollte ich gern den Holländern mal wieder eine Chance geben. Immerhin haben die ja auch Meer und sind recht nett.
Aber wenn man zuvor auf die Weite und Einsamkeit Schwedens eingestellt war (nächstes Haus: 5 km, nächste Einkaufmöglichkeit: 10 km, nächstes Restaurant: 20 km), dann sind Hollands Ferienhäuser eine ganz dumme Idee: So dicht an dicht, daß man den Familienanschluss zum Nachbarhaus schon spürt und allein vom Anschauen der Bilder klaustrophobische Schübe bekommt!
Ich muß aber zugeben, daß ich diejenige bin, die das Aussuchen in die Hand genommen hat und die so mäkelig ist. Frank hätte zu fast allem seinen Segen gegeben. Nur bei der masurischen Seeplatte (Frank war dienstlich viel in Polen) und bei dem Haus im schwedischen Outback mit Biodusche im Freien und Plumpsklo hat er doch sehr entschieden Veto eingelegt…
Also wieder Dänemark. Den Ringkøbing-Fjord hatte ich schließlich in die engere Wahl gezogen und auch Bornholm, wobei es mit letzterem schwierig würde, das Reisebudget zu halten. Doch so ein bis zwei nette Häuser gab es da schon, die trotz der zusätzlichen Kosten für die Fähre noch im Rahmen blieben.
Nach Konsultation meiner Mutter, die sowohl den Fjord als auch Bornholm kennt (und vor allem mich), haben wir uns nun für Bornholm entschieden.
In knapp drei Monaten geht es nach hier, und nach langem Zaudern und Frust wegen der Schweden-Pleite (“Buh, ist doch egal, was wir buchen: So doll wie Schweden wird das nie…”) freu ich mich inzwischen richtig drauf.
Ich bin gespannt, welches Wetter uns das vielgelobte Bornholmer Binnenklima im Juni basteln kann. Und ich bin froh, daß wir ein bezahlbares Haus mit großem Grundstück in Randlage gefunden haben (hey, wir haben da sogar Internet!). Auf jeden Fall möchten wir uns Fahrräder ausleihen und mal sehen, wie das Rondra gefällt.
Wir haben keinen Super-Luxus-Sandstrand, aber das ist uns umso lieber: Zwar herrscht in Dänemark zu dieser Zeit am Strand Leinenzwang, aber es gibt auch keine bärbeißigen Strandwächter wie mancherorts in Deutschland. Es gilt vielmehr das Prinzip: Wo kein Kläger, da kein Richter.
Und je leerer es ist, desto größer ist unsere Chance auf einen zünftigen Wasserapport aus der Ostsee.