Warum mein Hund vom Züchter ist
[Es folgt ein sehr langer Artikel mit ganz viel Klugscheißereien von einer, die derzeit noch nicht mal einen Hund besitzt. Doch er ist mir wichtig. Daher stellt euch Kaffee, Tee und Kekse neben den Rechner und lest.]
Wenn ich Leuten von meinem Plan berichte, mir einen Hund anzuschaffen, ist nach der ersten Euphorie (”Wie süüüß!”) mit ziemlicher Sicherheit die nächste Frage:
Was kostet sowas?
Nu gut, Fakten auf den Tisch:
Knapp vierstellig ist der Betrag, den ich für Rondra ausgebe.
Ohne Zubehör und Erstausstattung. Nur für ein paar Kilo Hund und Papiere.
“Bist du denn total blöde?”, fragte man mich. “Neulich standen Labradorwelpen in der Zeitung: 350 Euro, gechippt, geimpft und mit Papieren. Die waren auch reinrassig!”
Ja, bin ich denn total blöde? Hab ich zu viel Geld? Oder bin ich so titelgeil, daß in der Ahnenreihe meines Hundes unbedingt ein Landes-Champion und Supersieger stehen muß? Will ich züchten und/ oder meinen Hund auf Ausstellungen präsentieren, wo es auf die Papiere ankommt?
Nein, Titel, Ausstellungen und eigene Zucht interessieren mich nicht.
Doch es gibt gute Gründe, warum mein angehender Nur-Familien- und Freizeithund aus einer Zuchtstätte kommt, die vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) anerkannt ist:
- Gelenkserkrankungen
- Augenerkrankungen
- Wesensfestigkeit und Formwert
- Gute Welpenstube und frühe Sozialisation
- Kontrolle zum Schutz der Elterntiere
- Keine Chance den Vermehrern
Labradors sind anfällig für Gelenkserkrankungen wie Hüftdysplasie (HD) und Ellbogendysplasie (ED). Zwar kann ich das Risiko zu solchen Erkrankungen vermindern, indem ich den Hund richtig halte (keine “Gewaltmärsche” und Überbelastung, so lange das Skelett noch weich ist, Futterzusätze…). Doch besser ist es, wenn der Hund keine genetische Hypothek mitbringt, sondern schon in der Ahnenlinie des Hundes wenig bis keine dieser Erkrankungen auftraten.
Im VDH werden belastete Tiere erst gar nicht zur Zucht zugelassen: Nur Tiere, die ED-/HD-frei, grenzwertig oder mit leichter ED/ HD belastet sind (HD Grad 0/ ED-frei, HD-1/ ED-Grenzfall und HD-2/ leichte ED), dürfen verpaart werden; Davon letztere nur mit Tieren, die ED/HD-frei oder ED/HD-grenzwertig sind.
Der ED- und HD-Status wird durch Röntgenaufnahmen im Alter von frühestens einem Jahr geprüft. Die Röntgenbilder werden von Gutachtern des VDH ausgewertet, die speziell in dieser Diagnostik unterwiesen wurden.
Nicht nur die Gesundheit der Elterntiere und ihrer Ahnen wird beachtet — Vielen Züchtern im VDH liegt auch die Kontrolle des Zustandes im Wurf über die Welpenwochen hinaus am Herzen: Rondras Züchterin verpflichtet die Käufer, die Welpen mit einem Jahr röntgen und auf HD/ ED untersuchen zu lassen. Die Kosten für die Untersuchung werden den neuen Besitzern von ihr erstattet.
Sicher, mit einem Hund aus Nicht-VDH-Zucht kann ich Glück haben, wenn ich auf sorgfältige Wurfplaner treffe. Doch nachprüfen kann ich es nicht.
Genauso kann ein nach VDH-Richtlinien gezüchteter Hund später an HD und ED leiden. Aber immerhin weiß ich bei Rondra, daß alles Menschenmögliche getan wurde, um dieses Risiko und damit auch unnötiges Leiden des Hundes zu minimieren.
Mehr zum Thema ED und HD: Farbourne’s Easy Rider sind durch ihre HD- und ED-belasteten Hunde selbst zu Experten geworden und haben ihre Erfahrungen und Tipps informativ aufbereitet.
Auch der dem VDH angeschlossenen Deutsche Retriever Club DRC hat Informationen zum Thema.
Auf Augenerkrankungen wie HC (erblicher Katarakt) und RD (Retinadysplasie) und PRA (Generalisierte Progressive Retina Atrophie) wird beim VDH besonders geachtet. PRA ist eine genetisch bedingte und damit vererbbare Augenerkrankung, die nicht nur unter Labradors verbreitet ist. Die Netzhaut des Auges stirbt bei betroffenen Tieren nach und nach ab, wodurch der Hund schließlich erblindet.
Es gibt (bisher) kein Heil- oder Linderungsmittel gegen PRA.
Besonders problematisch bei der PRA ist, daß Tiere Träger des Gens sein können, ohne selbst betroffen zu sein: Auch ein sehender Hund kann also PRA-betroffene Hunde gebären bzw. zeugen.
Für Zuchttiere im VDH ist eine jährliche Augenuntersuchung Pflicht. Nur wenn dem Tier jährlich ein “vorläufig PRA-frei” bescheinigt wurde, wird der Hund zur Zucht zugelassen.
Infos zu PRA sind unter blinde-hunde.de zu finden.
Für den Labrador habe ich mich entschieden, weil ich die Eigenschaften der Rasse schätze: Freundlichkeit, Aufgeschlossenheit, Arbeitsfreude, und nicht zuletzt die Optik.
Aber ein Labrador ist ein Labrador ist ein Labrador… oder etwa nicht?
Natürlich sind Labradors aus Nicht-VDH-Zucht auch Labradors. Und unbestritten sind viele von ihnen ganz tolle Hunde, von denen man sich mehr wünscht. Warum sollte die eigene Hündin nicht Welpen haben, der eigene Rüde nicht Papa werden?
Im VDH wird besonders darauf geachtet, daß die Elterntiere wesensfest sind, d. h. nicht scheu, ängstlich oder gar aggressiv sind: Zuchttiere müssen einen Wesenstest ablegen und bestehen.
Es wird außerdem Wert darauf gelegt, daß die Elterntiere auch optisch dem festgelegten Labrador-Standard entsprechen.
Natürlich kann auch ein Welpe außerhalb des VDH derart geprüfte Eltern haben. Doch mir als Welpenkäufer, der Welpen und Elterntiere vor dem Kauf nur eine begrenzte Zeit lang beobachten kann, machen die strengen Vorschriften des VDH die Beurteilung leichter.
Eine Aufgabe des VDH ist die genaue Kontrolle der Zuchtstätten: Ein Züchter muß Sachkunde nachweisen, es wird kontrolliert, ob die Hunde artgerecht und hygienisch gehalten werden.
Nicht zuletzt wird auf die verhaltensgerechte Aufzucht mit menschlichem Kontakt geachtet — der Grundstein schlechthin, um nicht einen Welpen zu bekommen, der sich vor allem fürchtet, was seinen Weg kreuzt und der schließlich zum Kläffer oder Angstbeißer wird.
Die Würfe meiner Züchterin wachsen direkt im Wohnhaus auf, gehen später im Garten auf Erkundungstour, lernen Autofahrten kennen und kommen so schon mit vielen Alltagsgeräuschen und -situationen in Verbindung: Spielende Kinder, Türenschlagen, flatternde Vögel, ratternde Haushaltsgeräte undundund.
Es gibt in sogenannten “liebevollen Hobbyzuchten” Welpen, die in den acht Wochen beim Züchter nichts anderes gesehen haben als ihren Welpenverschlag. Ist es ein Wunder, wenn solche Tiere vor Büschen scheuen, die sich im Wind bewegen, fahrende Autos ankläffen oder — im schlimmsten Fall — Kinder beißen?
Doch nicht nur die Welpen unterliegen dem kritischen Blick des Verbandes. Auch auf den Schutz der Zuchthündinnen wird Wert gelegt: Eine Hündin darf nur eine begrenzte Anzahl von Würfen haben, damit sie sich zwischen den Würfen auch wieder erholen kann.
Sie muß beim ersten Deckakt mindestens 20 Monate alt sein, und zwischen den Würfen muß eine gewisse Zeit vergangen sein. Auch der Zwinger selbst darf nur eine bestimmte Anzahl von Würfen pro Jahr und zur gleichen Zeit haben.
Zuerst empfand ich diese genauen Begrenzungen und die vielen Bestimmungen des VDH als typische Vereinsmeierei und Korinthenkackerei. Doch nachdem ich gesehen habe, wie viel Arbeit und Mühe so eine Aufzucht tatsächlich macht und was bei schlechter Wurfplanung alles schiefgehen kann, empfinde ich es als richtig.
Erst recht, nachdem ich die Bilder von Vermehrern und ihren bedauernswerten Tieren bei labrador-in-not.de gesehen habe.
[Vorsicht! Sehr drastische Bilder, die sicher nicht für jeden geeignet sind. Jeder angehende Neuhundebesitzer, der beim Anschaffungspreis sparen möchte, sollte sie aber gesehen haben. Link
Für sensiblere Gemüter schreibt auch der DRC etwas zum Thema verantwortungsvolle Zucht.]
Ich will keinem Hobby- oder Nicht-VDH-Züchter unterstellen, Hunde ohne Rücksicht nur des Geldes wegen in die Welt zu setzen. Sicher gibt es neben den gewissenlosen Vermehrern auch Züchter, die ihre Paarungen sorgsam auswählen und ihre Welpen liebevoll aufziehen und sozialisieren, ganz ohne Papiere.
Doch für mich stellt sich einfach die Frage: Warum wird man nicht anerkannte Zuchtstätte, wenn man so viel Zeit, Geld, Sorgfalt und Mühe investiert?
Für mich als Käufer ist es nicht zu durchschauen, ob wirklich alles so ist, wie es bei den Welpenbesuchen scheint. Es gibt viele Vermehrer, die sich ihre Papiere je nach Bedarf selbst zurechtschreiben, die falsche Elterntiere vorführen und gute Haltungsbedingungen vorgaukeln. Zum eigenen Profit und zu Lasten der Tiere.
Und auch zu meinen Lasten, als spätere Halterin.
Nach reiflicher Überlegung, ob ein Hund in mein Leben paßt, habe ich diese Frage für mich bejaht. Und nun suche ich mir meinen Partner, der für die nächsten 10-15 Jahre mein Leben teilt. 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Da will ich sorgfältig auswählen, um mir und dem Hund den besten Grundstock zu schaffen.
Wenn das “Ja!” mal gefallen ist, dann mache ich das “Wie” nicht von ein paar hundert Euro Anschaffungskosten abhängig. Abgesehen davon, daß ich die eventuell am Anfang eingesparten Kosten später mehrfach beim Tierarzt wieder drauflege, wenn ich mich für einen gesundheitlich vorbelasteten Hund entscheide: Eine gute Sozialisation und Wesensfestigkeit kann ich später nicht mehr als “zusätzliches Feature” nachkaufen und aufrüsten.
Und wenn ich dem Hund das Leiden, welches er durch schlechte Zuchtplanung und sorglose Welpenstube später haben wird, ersparen kann, dann tue ich das. Denn ich kann Züchter und Haltungsbedingungen auswählen — das Tier nicht. Es ist meine Verantwortung, die ich gegenüber einem Tier habe, das ein Mitglied meiner Familie werden soll.
Es gibt leider auch bei VDH-geprüften Vereinen schwarze Schafe, die durchaus ein paar Würfe verkaufen bevor ihnen jemand auf die Schliche kommt.
Es gibt zB Züchter, die mehrere Hündinnen haben (teilweise sind dann auch nicht alle zur Zucht geeignet) und dann die Welpen “tauschen”. So geschehen bei der Züchterin des Hundes meiner Eltern.
Liebe Grüße
Claudia
Wie schrecklich! Hatten Deine Eltern denn trotzdem Glück mit dem Tier? Und wie kam der Betrug ans Licht?
Da müssen aber beide Hündinnen ziemlich genau zur gleichen Zeit geworfen haben…
Ich hoffe, der Züchter züchtet inzwischen nicht mehr im Verein?
Ja, der Hund meiner Eltern war gesund - ein anderer Hundebesitzer hatte weniger Glück (und er hatte vor mit seiner Hündin zu züchten). Die Hündinnen haben wenige Stunden nacheinander geworfen, war wohl zu verlockend.
Wie das ans Licht kam weiß ich nicht. Lag wohl einerseits an dem Hundenachwuchs, der erstaunlich HD-anfällig war und andererseits an konkurrierenden Züchtern, die da nachgebohrt haben. Mittlerweile ist die Züchterin auch nicht mehr im Verein.
War aber alles in allem eine recht verworrene Geschichte, bei der zu viel auf Profit geachtet wurde (auf mehreren Seiten) und zu wenig auf die Hunde.
Aber ich hoffe, dass ihr da mit Rondra mehr Glück habt
Die anderen Hündinnen im Haus habe ich kennengelernt, da besteht schon mal keine Gefahr. Aber ausschließen kann man es natürlich nicht.
Das Gefühl sagt ganz klar: “Die oder keine!”
(Sowohl bei Rondra als auch bei der Züchterin)
Menno, wenn schon in Vereinszuchten so gemauschelt werden kann, wie mag das erst bei Vermehrerzuchten ablaufen? Ich bin ganz froh, daß ich bisher nur in Berichten über sowas lesen und hören mußte. Sowas selbst zu sehen, muß heftig sein.
Hallo,
bin gerade zufällig mal wieder bei dir reingeschneit
Wir haben ja auch mittlerweile anderthalb Jahre einen Labrador Retriever. Er stammt zwar aus dem Tierheim (und hat mich deshalb in der Anschaffung nur einen zweistelligen Betrag gekostet), dafür sind wir in anderthalb Jahren seines Lebens auch schon die vierten Besitzer gewesen…
Was ich dir als Rat mit auf den Weg geben kann: Labradors sind total verfressen, ohne Hemmschwelle, ohne Sättigungsgefühl. Deshalb sind die allermeisten, die man so sieht, auch völlig verfettet. Bronco hat hier im Haus leider einen getigerten, miauenden Komplizen, der ihm Türen öffnet, ich habe ihn auch schon stehend auf dem Esstisch erwischt, und Harry vermisste neulich eine tiefgefrorene Pizza, die er nur mal eben auf die Anrichte gelegt hatte, weil das Telefon klingelte… All diese Dinge sind bei Mischling Bo nie passiert, wirklich nie. Bronco schreckt nichts ab, auch der aufgeplatzte Futtersack auf der Kellertreppe (mit heuschreckenartigem Fressanfall des Hundes) hielt ihn nicht davon ab, anderthalb Stunden später seine übliche Mahlzeit einzufordern.
:-)
LG Nicole
Mein Respekt dafür, daß ihr einen Hund aus dem Tierheim habt. Ich hab mich nicht getraut, weil es mein allererster Hund sein wird und ich es mir nicht zutraue, eventuelle “Macken” von Vorbesitzern richtig angehen zu können.
Vielleicht beim nächsten…
Von der labradorschen Verfressenheit hab ich schon gehört. Allerdings müssen Rondras Mutter die groß bemessenen “Stillende-Mutter”-Portionen derzeit geradezu ins Maul geschmeichelt werden — sie war nie eine große Esserin, und mit diesen großen Mengen hat sie es erst recht nicht.
Vielleicht hat Rondra von ihr was geerbt… Ansonsten wird die Tür zur Kammer die einzige Tür in diesem Haushalt, an der ein Schlüssel benutzt wird
.
Ist übrigens ein Süßer, Dein Bronco — Mach doch mal mehr Bilder!
Hallo
mach doch mehr Bilder, hab ich gestern mal versucht, ich stell heute Abend mal welche ins Blog. Ich finde es vernünftig, wie du an den Hundeplan rangehst. Mein erster Hund war auch aus dem Tierheim (war ein WG-Hund), und wir haben wohl damals so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte, allerdings war ich auch nicht das Frauchen, nur so was wie ein Zweitfrauchen und konnte deshalb auch nicht so viel sagen. Bo war ja schon sehr alt (und von privat übernommen), da war nicht mehr viel zu richten. Eigentlich ist Bronco erst unser erster “richtiger” Hund, mit dem man auch was üben und machen kann. “Macken” hat er gottseidank überhaupt keine abgekriegt. Er ist leider nicht von einem VDH-Züchter, und ich habe auch nicht wirklich Gutes von dem im Netz gelesen, ein Wurfgeschwister von Bronco scheint auch sehr aggressiv gewesen zu sein. Es selbst kommt mir manchmal ein bisschen “doof” vor, im Sinne von “steht auf der Leitung”, man wird wahnsinnig machmal bei Suchspielen oder so.
Sei froh, wenn dein Hund diesen Fressdrang nicht hat. Bronco frisst echt alles (auch Steine, Schei… und so weiter)
Bei uns sind tatsächlich viele Zimmer, vor allem die Vorratsräume im Keller, abgeschlossen, weil der blöde Kater sie sonst öffnet. Und DER ist mittlerweile schon genauso verfressen wie sein Hundekollege, ich kenne sonst keinen Kater, der z.B. Brot frisst oder Babybrei oder Schokolade oder oder oder, der geht auch schon an alles ran, nach dem Motto, dann frissts das schwarze Ungeheuer wenigstens nicht.
Liebe Grüße,
Nicole
soooooo
http://www.arianamania.de/comments/229_0_1_0_C/
Ich habe einen supertollen, sehr gesunden Labrador bei einem “Hobbyzüchter” gekauft, so nach dem Motto “gesehen und gleich mitgenommen”. Kein Witz. Es lief wirklich so ab. Er ist der letzte gewesen und schon 11 Wochen alt. Ich ging ihn ansehen, machte mir ein Bild von der Züchterin und der Familie und wusste, dass hier verantwortungsvoll gezüchtet wird. Ich ging nach Hause mit einem Welpen.
Chico ist ein wunderschöner, gesunder Hund mit einem ganz tollen Charakter. Um gesund zu sein und einen guten Charakter zu haben, braucht er keine Papiere.
Was ich damit sagen will: Wer etwas gesunden Menschenverstand hat, merkt relativ rasch, ob ein Züchter verantwortungsvoll züchtet und liebevoll mit den kleinen Racker umgeht. Es muss nicht ein Züchter vom Verein sein. Denn auch da gibt es viele schwarze Schafe. Da kommen auch Fälle vor, wo Elterntiere genommen werden, die HD und ED vorbelastet sind. Oder Hündinnen werden zu oft gedeckt. Also reine Zuchtmaschinen. Und was ist mit Inzucht? Das kommt sicher auch mal vor. Wie will man als Welpenkäufer an die Infos kommen, wie oft die Hündin schon geworfen hat? Oder wie will man wissen können, ob die Tiere HD und ED frei sind? Welpen, die so gezüchtet wurden, werden einfach als “papierlose” Welpen verkauft.
Ich will hier niemanden anschwärzen, dass er nicht richtig züchtet. Aber es gibt bei den “Hobbyzüchter” und bei den anderen schwarze Schafe.
Leider kann man keinem Menschen Verstand in die Wiege legen. Und so wird des Geldes wegen immer weiter gezüchtet. Wichtiger ist, dass jemand mit Vernunft, Verstand und viel Liebe züchtet.
Cloud schrieb ja auch schon, daß man bei Vereinszüchtern wohl ebenso an schwarze Schafe geraten kann. Dennoch fühle ich mich dort etwas sicherer, gerade als Ersthund-Besitzerin: Vorbelastung mit HD und ED ist bei Verbänden mit sehr strengen Auflagen wie dem DRC bei Zuchttieren ausgeschlossen, und auch die Anzahl der Würfe pro Hündin und pro Zwinger sind begrenzt. Stammbäume sind nachvollziehbar, und Anpaarungen mit Inzucht werden vom Verein nicht zugelassen.
Was Du über “papierlose Welpen” schreibst, verwundert mich etwas: Denn wer im Verein züchtet, muß eine Anpaarung vor dem Deckakt melden, und damit haben die Welpen quasi schon automatisch Papiere. Wenn Hunde aus einem Vereinszwinger ohne Papiere und damit günstiger verkauft werden, hätte ich schon ein blödes Gefühl als Käufer.
Apropos Gefühl: Bevor ich mich für Rondras Zwinger entschieden habe, hab ich mich auch über andere Zwinger und Anpaarungen informiert. Teilweise hatte ich ein blödes Gefühl beim ersten Gespräch, teilweise kamen mir die Stammbäume komisch vor.
Die Anschaffung von so einer Fellnase ist immer auch eine Bauchentscheidung, ob vom Vereinszüchter oder von Privat. Und wenn es paßt und man das Gefühl hat, dort wird gut gezüchtet, dann ist es prima.
Ich hab leider zu viel über die sogenannten “liebevollen Hobbyzuchten” und deren Machenschaften erfahren, so daß ich sehr in das Horn der vereinsmäßigen Zucht stoße. Umso mehr freut es mich, daß es anscheinend auch Ausnahmen gibt und Du mit Deinem Chico so viel Glück hattest!