Wasserdummies und der geheimnisvolle Fluch der Kinsbeke
Ui, was haben wir für einen wunderbaren Sonntagsspaziergang hinter uns!
Bilder vom ausflug sind existent und werden im Laufe der Woche nachgeliefert — es ist enfach zu spät für Bildbearbeitung. Stattdessen gibt es eine Menge Text, aus einem ganz bestimmten Grund.
Sicher liest sich mein Bericht für Hundehalter ohne Dummieambitionen total langweilig und unverständlich. Für Leser, die gänzlich ohne Hund sind, noch viel mehr.
Aber es ist heute etwas Seltsames passiert, das ich wenigstens für mich einmal niederschreiben und festhalten möchte.
Wir waren mal wieder an der Kinsbeke, wo sich Rondra vor ein paar Wochen bereits leidenschaftlich als Rückhund betätigt hatte. Labrador und Wasser, das paßt eben wie Arsch auf Eimer.
Da wir letzte Woche beim Training schon einen Wasserapport mit Dummies gemacht hatten, bei dem sich Rondra nicht allzu übel angestellt hat, wollten wir auch heute wieder mit Dummies am Wasser üben.
Allerdings waren wir uns nicht sicher, ob das alles so klappt: Eine Umgebung, die Rondra zwar bisher Spaß ohne Ende gebracht hat, aber wo sie noch nie Dummies geholt hat. Dazu noch Herrchen, der sonst beim Arbeiten nicht dabei ist…
Es hätte gut sein können, daß sie uns den Stinkefinger zeigt und weiter mit Ästen und Stöcken rumblödelt, anstatt das Dummie zu holen. Erschwerend kam hinzu, daß wir keine Stelle fanden, wo wir das Dummie sicher hätten platzieren können, ohne daß es weitertreibt.
Wir entschlossen uns daher, nicht den Hund an die Schleppleine zu nehmen, wie es im Training gemacht wurde - sondern das Dummie, welches wir so gesichert ins Wasser warfen.
Und dann geschah etwas Seltsames, für das ich noch immer keine Erklärung habe.
Rondra sprang freudig ins Wasser. Zeitgleich mit unserem Dummie trieb eine Glasflasche los, die — von uns bis dahin unbemerkt — irgendwo im Gebüsch hing. Rondra versuchte die Flasche zu holen, doch irgendetwas irritierte sie total: Sie wollte im etwa 30-40 Zentimeter tiefen Wasser der Flasche hinterher, aber scheute gleichzeitig vor etwas, das wir uns nicht erklären konnten.
Sie war an dieser Stelle schon öfter im Wasser, und ist genau dort auch schon zig Ästen hinterhergeschwommen. Doch an diese Flasche, die sie doch haben wollte, ging sie nicht heran.
Das Dummie war abgemeldet, auch auf unser Rufen hin ließ sie sich nicht dafür begeistern. Stattdessen starrte sie sehnsüchtig der Flasche hinterher, versuchte, ihr zu folgen — und konnte es aus irgendwelchen Gründen doch nicht.
An ernstzunehmende Dummiearbeit war an diesem Punkt nicht mehr zu denken: Rondra war total verunsichert und verweigerte die Stelle, an der die Sache mit der Flasche passiert ist. Mit viel Lob und den Stöcken, die sich Rondra als Übersprungshandlung in ihrer Unsicherheit gewählt hatte, führte Frank sie langsam wieder an die Stelle heran.
Dann bauten wir langsam wieder auf mit einem Apport über Wasser (Dummie von einem Ufer zum anderen geworfen), etwas entfernt vom “Ort des Grauens”. Irgendetwas mußten wir ja tun, damit diese Verunsicherung nicht der Eindruck ist, den Rondra vom Wasser mit zurück nimmt.
Zwei Dummies, die wir schließlich (ohne Schleppleine) ins Wasser warfen, holte Rondra mit Bravour. Selbst das “Schütteln!”-Kommando, das wir bisher immer nur dann sagten, wenn Rondra sich sowieso schon schüttelte, konnte sie ein paar Mal auf Befehl ausführen.
Mit diesem Erfolgserlebnis verließen wir dann das Wasser und setzten unseren Spaziergang Richtung Heimat fort.
Je länger ich über diesen Vorfall mit der Flasche nachdenke, umso weniger Erklärungen habe ich dazu. War Rondra irritiert, weil sie etwas bringen wollte und an die Flasche nicht dran kam? Aber sie wäre ganz leicht zu packen gewesen. Rondra hat es ja gar nicht erst versucht!
War etwas im Wasser, das sie verstört hat — ein Splitter, ein Dorn vielleicht? Dagegen spricht, daß sie an dieser Stelle vorher auch schon getobt und Sachen herumgezerrt hat.
Oder hat sie die Schleppleine am Dummie durcheinandergebracht? Warum dann aber die Fixierung auf die Flasche, ohne auf unser Locken in Richtung Dummie einzugehen?
Ich verstehe es nicht, aber ich bin sehr froh, daß wir noch mit einem Erfolg abschließen und so den “Fluch” von diesem Ort nehmen konnten. Die Stellen in der Nähe, wo man Wasserapport machen kann, sind nämlich begrenzt. Und Rondra hat doch so viel Spaß daran!