Wesenstest — der Bericht [Teil 2]
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Der weitere Test war ein Spaziergang. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn nun ging es um Rondras Verhalten gegenüber optischen und akustischen Reizen. Auf einem kleinen Rundparcours passierten so allerlei spannende Dinge, zum Beispiel:
Ein Helfer rappelte am Wegrand mit einer Keksdose, die mit Steinen gefüllt war. Mächtig laut, doch Rondra registrierte das kaum. Das lag nicht daran, daß mein Hund spontan ertaubt wäre, sondern daran, daß die folgende Station versehentlich zu früh in Aktion trat:
Der Gummidelphin wurde von einer Person im Dickicht an einer Schnur so gezogen, daß sich sein Kopf hob und senkte. Das fand Rondra hochinteressant.
Doch weiter zum nächsten Reiz:
Ein Agilitytunnel läßt sich zu einem Ring zusammenfalten und steht dann so unter Spannung, daß er ein ganzes Stück weit fliegt, wenn man ihn losläßt. Dabei entfaltet er sich plötzlich mit einem brummenden Geräusch.
Unglaublich aufregend!
Wieder rappelt und klappert es! Diesmal in einem Plastiksack voller Dosen, den die Richterin wirft.
Kein Thema für Rondra.
Die nächste Herausforderung saß ganz still etwas verborgen im Gebüsch, so daß wir Rondra erst hinführen mußten:
Leichte Irritation bei ihr, doch als Frank und ich uns neben den kindshohen Teddy stellten, war alles gut.
Daher durfte es auch gleich nochmal klappern:
Hier wird die unterste blaue Kiste von einer Person im Gebüsch an einem Seil weggezogen, so daß die silbernen Kisten umfallen. Das tun sie mit lautem Getöse, denn sie sind mit Steinen gefüllt. Doch das reicht nicht aus, um einen Hund zu erschüttern, der als Welpe neben der Rüttelplatte gepennt hat!
Weiter zur vorletzten Station des Spaziergangs: Das Bettlaken-Gespenst!
Frank hat diese Station für die ersten Hunde gemacht, und ich fand, er war ein ganz freundliches Gespenst:
Auch hier war Rondra ganz gelassen und hat sich gefreut, als das Gespenst sie angesprochen hat.
Eine letzte Überraschung erwartete uns am Ende des Spaziergangs:
Dreimal wurde mit Schreckschuss geschossen. Rondra horchte auf, blieb aber sicher und bewegte sich weiter mit uns auf den Schützen zu. Beim Spiel mit Fremdpersonen hatte sie sich dem Schützen gegenüber noch etwas zögerlich verhalten, aber nach den Schüssen hatte sie Spaß am Spiel mit ihm.
Ein letztes Mal rappelte und polterte es bei Rondras Wesenstest noch: Das waren die Steine, die uns vom Herzen gefallen waren, als wir hörten, daß sie bestanden hat!
Bei der abschließenden Besprechung des Ergebnisses zeigte sich, daß es sich die Richterin nicht leicht gemacht hatte, Rondra und den besonderen Vorkommnissen im Test (die leidige Rückenlage, Franks Tritt bei der Kreisprobe) gerecht zu werden und diese angemessen in die Beurteilung einfließen zu lassen. Doch ich finde, daß ihr das ganz gut gelungen ist.
Mehr dazu im letzten Teil.
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