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Rondra

Ein Labradorblog

9. Oktober 2006

Wir basteln uns einen Schoko-Labbi

Manchmal haben Hundehalter ja seltsame Ideen. Meine Idee war es heute zum Beispiel, den Feierabend auf dem Sofa zu verbringen. Denn eigentlich, so denkt man sich, sollte der Hund abends ebenso wie Frauchen ausgelastet und schön ruhig sein.

Schließlich gab es

  • die halbstündige Morgenrunde und anschließendes Toben mit Herrchen
  • ein Suchspiel, während Frauchen beim Arzt war
  • die halbstündige Mittagsrunde mit Frauchen
  • eine Runde Willkommenstoben mit Herrchen
  • eine Viertelstunde Fußball im Garten mit Frauchen und Nachbarskind
  • einen Gang zum Tabakholen mit Clickern auf Leinenführigkeit (weil sich die kaputte Bandscheibe von Frauchen gegen den Leinenruck wehrt)

Weil mein Tag heute ziemlich scheiße war, gedachte ich, mir zum Sofaabend noch einen speziellen Seelentröster zu gönnen: Caro-Kaffee mit einem Löffel Kakao, viel Milch und Zimtzucker. Und das alles in meiner Halb-Liter-Tasse.

Die Tasse hatte ich gerade fertiggemacht und wollte ins Wohnzimmer gehen. Da kam ich auf die Idee (wie gesagt: Frauchen und ihre komischen Ideen!), dem träge in der Küche liegenden Hund, der mir sowieso gleich folgen würde, einen Gefallen zu tun. Schließlich will sie es sicher auch so muggelig wie ich haben, und daher wollte ich Rondras Kissen mitnehmen.

Als ich mich nach dem Kissen bückte, ahnte Rondra offensichtlich, daß ihr gleich der Gipfel der Entspannung bevorstehen würde und entwickelte vor Freude einen von Null auf Hundert gehenden Aktivitätsschub: Sie sprang hoch, direkt von unten gegen meine Tasse.

Der Schrei, der daraufhin durch die Küche schallte, war gigantisch.

Zuerst war es nur der Schreck. Doch dann fiel mir ein, daß der Kaffee ja heiß war. Und die Schwerkraft den Kaffee unten landen läßt. Unten war aber…

“Huuuuuuuuuuund!”

Das war der zweite Schrei, der aber schon während des Rufens von “erschrocken-besorgt” auf “gaaaanz, gaaaanz böse” umschwang. Denn der vermeintlich schwerstverbrühte Hund leckte gerade genüßlich erst die eigene Nase, dann den Boden und schließlich die Küchenfronten.

Apropos Küchenfronten: Da hatten wir beide ganze Arbeit geleistet. Nur ein Schrank blieb verschont, dafür hat es die Wand erwischt. Egal, ich habe Latexfarbe an der Wand, und überhaupt ist die Küche erst mal zweitrangig. Denn die Küchenfronten bleiben, schmutzig wie sie sind, an ihrem Platz, während Zimt-Zucker-Milch-Kaffee-Rondra durch die Wohnung tapert.

Also erst mal den Hund gepackt und ins Bad verfrachtet. Mir die Klamotten vom Leib gerissen (jaha, ich kenn mich aus mit Hundebaden!) und Rondra in die Wanne gesteckt. Naßgemacht, den inzwischen wieder aus der Wanne gesprungenen und sich dreimal geschüttelt habenden Hund wieder eingefangen und gründlich gewaschen.

Danach abgetrocknet (den Hund und mich), wieder angezogen (mich) und den Hund im Bad gelassen. Massaker in der Küche beseitigt. Hund wieder aus dem Bad, Bad getrocknet, mich umgezogen und eine Lage Handtücher (hunde- und kaffeenaß) in die Waschmaschine gesteckt.

Und das alles mit schmerzendem Rücken…

Einen neuen Anlauf mit dem Carokaffee hab ich trotzdem noch gemacht. Kissen hat Rondra allerdings jetzt keines mehr: Das ist grade in der Waschmaschine. Und nun liegt sie auf einem neuen Handtuch, beschnüffelt ihre Pfote und guckt mich traurig an, als wolle sie sagen: “Frauchen, ich hab grade so lecker geschmeckt, und nun ist alles weg!”

2 Kommentare zu “Wir basteln uns einen Schoko-Labbi”

  1. Herr T. aus G. am 13. Oktober 2006 um 01:05

    Wuff!


  2. Telly am 21. Oktober 2006 um 01:04

    Was macht denn das kleine Hundi Hundi?


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