Wochenrückblick
Hihi, wenn man meine Einträge so ansieht, könnte man meinen, der Hund sei nur am Fressen!
Ist aber nicht so, Madame hat auch anderes zu tun. Diesmal kann ich es euch sogar richtig illustrieren, denn [Fanfarengetöse und Fahnengeschwenke] wir haben eine neue Kamera!
Begonnen hat die Woche allerdings nicht mit Jubel und Fanfaren, sondern sehr traurig. Rondra darf ja immer mit zur Arbeit. Da gibt es auch noch andere Hunde. Die Alterspräsidentin dieser Hunde, eine schwarze Mischlingshündin namens Liesel, mußte letzten Sonntag eingeschläfert werden.
Nicht, daß Rondra nun eine geliebte Spielkameradin verloren hätte — Nein, Liesel ließ Rondra nie an sich ran, sondern verbellte sie gnadenlos. Ich schätze, Rondra war ihr einfach zu wild und zu wuselig.
Doch für mich war es so traurig, das alles zu hören. Sicher, Liesel hatte ein biblisches Alter von 17 Jahren erreicht, sie hatte am Ende massive Probleme mit ihren Nieren, und sie lief schief und torkelig. Aber zu hören, wie schwer es für ihr Frauchen war, die letzte Entscheidung zu treffen…
Sicher, wenn es so weit ist, dann muß man den Weg gehen. Aber ich hoffe, Rondra und mir bleibt noch ganz viel Zeit bis dahin!
Am Samstag letzte Woche hatten wir Nikolausspaziergang mit dem DRC. Ein ganzes Rudel von etwa 40 Hunden (oder waren es noch mehr?) marschierte da los. Leinenführigkeit kann man da erst mal knicken, und schon nach dem ersten Viertel der Strecke hatte ich das Gefühl, den linken Arm von Arnold Schwarzenegger zu haben. Aber es war ganz beruhigend zu sehen, daß anderer Leute Hunde auch ziehen, hihi.
Ein paar nette Bilder sind auch dabei herausgesprungen:
Das erste Bild ist übrigens von Willi, der diesmal nur mit leichter “Jagdausrüstung”, also einem kleinen Rucksack voll Kameragedöns losgezogen war *grins*. Danke für das Bild!
Von solchen Großaktionen abgesehen, hat Rondra diese Woche viel mehr Spaziergänge bei Dunkelheit abbekommen als sonst.Normalerweise arbeite ich mindestens zwei Tage so, daß ich mit Rondra nach der Arbeit noch bei Helligkeit eine halbe Stunde laufen kann. Am Freitag ist sowieso ein kurzer Tag, und an allen anderen Tagen gibt es abends Indoor-Bespaßung wie Clickern oder Suchspiele in der Wohnung.
Diese Woche hatte ich aber recht viel Stress auf der Arbeit und mußte oft länger bleiben als geplant. So trieb mich abends dann das schlechte Gewissen um.
Zum Glück habe ich eine Stelle, wo ich Rondra auch bei Dunkelheit noch frei laufen lassen kann, weil da zwar Laternen stehen, aber so gut wie nie jemand läuft. Das ist keine riesen Strecke, aber mit den passenden Übungen kriege ich Rondra dort auch ausgelastet. Rechts und links vom Weg sind Felder, also ist auch etwas Ablenkung geboten.
In dieser idealen Umgebung hatte ich neulich mal wieder mit meiner Tollpatschigkeit den Vogel abgeschossen:
Abrufen mit Geländewechsel wollte ich üben — von der Teerstraße durchs Feld auf den Feldweg. Also habe ich Rondra im Schein der Straßenlaterne abgesetzt. An alles habe ich gedacht: Leine gleich passend in der Hand und Pfeife im Mund habe ich mich in Richtung Feld entfernt. Mutigen und sicheren Schrittes, denn man muß ja Sicherheit ausstrahlen und die Spannung halten für den wartenden Hund.
Was ich nicht bedacht hatte: Zwischen Straße und Feld hat der liebe Gott kundige Landwirt einen Graben gesetzt, den ich außerhalb des Lichtkegels der Laterne nicht mehr sehen konnte und an dessen schlüpfigen Gestaden ich prompt ins Straucheln geriet.
Als ich mich wieder halbwegs gefangen hatte, war der kleine schwarze Hund auch schon neben mir — logisch, denn mit Sicherheit ausstrahlen und Spannung halten war es an dem Punkt natürlich vorbei.
Abrufen haben wir dann an der Teerstraße geübt…
Falls ihr also irgendwann im Dunkeln eine schmutzige Gestalt mit einem kleinen Hund laut lachend am Feldgraben sitzen seht — wundert euch nicht: Hundehalter sind manchmal etwas blöde…